Übergabe des Dokuments der Jugend-Vorsynode

Papst: Jugend soll Träume lautstark zum Ausdruck bringen

Papst Franziskus hat am Sonntag mit der traditionellen Palmsonntagsprozession auf dem Petersplatz in Rom die Karwoche begonnen, in der Christen an das Leiden und Sterben von Jesus Christus erinnern. In seiner Predigt rief er junge Menschen weltweit auf, sich nicht einlullen zu lassen, sondern ihre Freude am Leben und ihre Träume lautstark zum Ausdruck zu bringen.

Es gebe viele Formen, „junge Menschen auszuschalten, Wege sie zu betäuben und einzulullen, damit sie keinen 'Krach' machen“, warnte Franziskus. Dabei bezog er sich auf den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem die Oberen versuchten, die Freudenrufe der Armen verstummen zu lassen, sodass aus den Hosanna-Rufen das Gebrüll „Kreuzige ihn!“ wurde. Das Fest des Volkes sei zum Schweigen gebracht worden, „indem man die Hoffnung niederschmettert, die Träume tötet, die Freude unterdrückt“, so der Papst.

An Freude und Hoffnungen festhalten

Umso wichtiger sei es, dass junge Menschen an ihrer Freude und ihren Hoffnungen festhielten, sich solidarisch zeigten und auf die Schwachen schauten, betonte Franziskus. Dies gelte in besonderem Maße dann, „wenn wir, die Ältesten und die Verantwortlichen - oft korrumpiert, schweigen“.

Am Ende des Gottesdienstes nahm der Papst das Abschlussdokument der Jugend-Vorsynode entgegen. Dieses war am Samstag von rund 300 jungen Menschen aus allen Kontinenten, darunter einige Nichtglaubende und Angehörige anderer Religionen, nach einwöchigen Beratungen verabschiedet worden. Das gut 12-seitige Dokument schildert verschiedene Aspekte der Lebenswelten junger Menschen weltweit, fragt nach Möglichkeiten, angemessene Lebensentscheidungen zu treffen und fordert die Kirche auf, authentisch, offen und transparent auf junge Menschen zuzugehen.

Junge Menschen werden „oft ausgeschlossen"

Bei der Eröffnung der Vorsynode am Montag hatte Papst Franziskus beklagt, junge Menschen würden zu oft von gesellschaftlicher Beteiligung ausgeschlossen und alleingelassen. Die Kirche wolle alle hören, niemanden ausgeschlossen. Das Abschlussdokument, in das auch die Beiträge von 15.000 registrierten Internetnutzern einflossen, ist eine der Grundlagen für das Arbeitspapier der eigentlichen Bischofssynode im Oktober, die unter dem Leitwort „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ steht. Zu dieser werden ausgewählte Jugendliche als Hörer eingeladen, haben aber kein Stimmrecht.