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Äquatorialguinea ist die letzte Station der Papst-Reise durch Afrika. Dort besuchte Leo XIV. in einem Gefängnis Menschen mit langen Haftstrafen.
Am vorletzten Tag seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. erstmals eine Haftanstalt besucht. In der Küstenstadt Bata am Golf von Guinea besuchte er am Mittwoch Ortszeit ein Gefängnis, in dem vor allem Menschen mit langen Haftstrafen einsitzen.
In einer von starkem Tropenregen streckenweise übertönten Ansprache im Innenhof machte der Papst den Inhaftierten Mut. Er betonte, dass Menschenwürde und Hoffnung niemals verloren gingen.
"Niemand ist von der Liebe Gottes ausgeschlossen", so Leo XIV. "Jeder von uns, mit seiner eigenen Geschichte, seinen Fehlern und seinem Leid, ist und bleibt in den Augen des Herrn wertvoll." Den heftigen Regen kommentierte er spontan als ein "Zeichen des göttlichen Segens".
Leo XIV.: Gefangene sind Teil der Gesellschaft
Auch die Strafgefangenen seien ein Teil des Landes, so der Papst. Die Justiz solle die Gesellschaft schützen, doch müsse sie stets auf die Würde und das Potenzial jedes Einzelnen setzen: "Wahre Gerechtigkeit zielt nicht so sehr darauf ab, zu bestrafen, sondern vor allem darauf, dabei zu helfen, sowohl das Leben der Opfer als auch das der Täter und der vom Übel geschädigten Gemeinschaften wiederaufzubauen."
Die kahlgeschorenen Gefangenen, deren Kleidung während der Rede des Papstes vom Regen rasch durchnässt wurde, ermunterte er, ihre Zeit im Gefängnis sinnvoll zu nutzen. Die Behörden müssten dafür sorgen, dass sie studieren oder in Würde arbeiten könnten.
“Das Leben wird nicht nur durch begangene Fehler bestimmt, die meist das Ergebnis schwerer und komplexer Umstände sind: Es gibt immer die Möglichkeit, wieder aufzustehen, zu lernen und ein neuer Mensch zu werden." Dem Gefängnisdirektor und den Vollzugsbeamten rief der Papst zu, sie sollten Sicherheit, Respekt und Menschlichkeit gewährleisten, um die Gefangenen bei der Wiedereingliederung und der Erneuerung ihres Lebens zu begleiten.
Kritik an Haftbedingungen
Am Morgen hatte der Papst sich bei einem Gottesdienst in der Basilika von Mongomo kritisch zur Lage in den Gefängnissen von Äquatorialguinea geäußert. Er beklagte, die Gefangenen müssten oft "unter besorgniserregenden hygienischen und sanitären Bedingungen leben".
Nach dem Besuch im Gefängnis besuchte der Papst das Denkmal für die Explosionskatastrophe von 2021. Damals waren große Mengen Sprengstoff in einer Kaserne in Bata explodiert, mehr als 100 Menschen wurden getötet. Am Denkmal legte Leo XIV. im sintflutartigen Regen einen Kranz nieder.