WELTKIRCHE

Papst in Assisi: Was er Tausenden Jugendlichen zuruft

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Zum zweiten Mal war Leo XIV. in Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus. 800 Jahre nach seinem Tod hat er wichtige Botschaften für junge Menschen.

Papst Leo XIV. hat junge Christen als Zeugen für Glauben und Kirche beauftragt. Heute suchen Europa und die ganze Welt in euch neue Heilige“, sagte er am Donnerstag, 6. August, vor Tausenden Menschen im mittelitalienischen Assisi. Wagt es, an das Wort des Evangeliums zu glauben! Werdet mit der Freiheit Jesu Christi menschlich; nehmt die Armut als Schwester an!“, so der Papst zum Abschluss des Jugendtreffens „Go!“ zum 800. Todestag des Ordensgründers Franz von Assisi (um 1181-1226).

Der Titel des viertägigen Treffens sei ein Auftrag, eine Aussendung“ auf unbekannte Wege. Go! Geht! Besser noch: Lasst uns gehen! Let's go!“, so der Papst bei der Messe in der Basilika Santa Maria degli Angeli. Darin befindet sich die sogenannte Portiuncula-Kapelle, in der der populäre Heilige am Abend des 3. Oktober 1226 starb.

Gegen Resignation und Angst

Wir sind hier, um Resignation und Angst zu überwinden, um Zweifel zu beheben, die uns ebenso beschäftigen, wie sie die Apostel beschäftigten“, ermutigte der Papst die jungen Menschen aus ganz Europa und einigen anderen Ländern der Welt.

Die besondere Spiritualität, die in den verschiedenen franziskanischen Männer- und Frauenorden gepflegt wird, ziele verstärkt darauf, die Beziehungen zu Gott und zu all seinen Geschöpfen wiederherzustellen: eine Harmonie, die es heute mehr denn je zu bewahren und zu pflegen gilt“, mahnte Leo XIV.

Menschenwürde und Geschwisterlichkeit

In diesem Zusammenhang verwies er auf seine erste Enzyklika Magnifica humanitas“: Jede Generation erbe die Aufgabe, die eigene Zeit so zu gestalten, dass die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht werde, so Leo XIV.

Die jungen Menschen rief er auf, an die Ränder“ zu gehen, wo die Ungerechtigkeit und Überheblichkeit einiger weniger die Würde und Träume vieler verweigern, von allzu vielen Söhnen und Töchtern Gottes“. Freilich liefen sie Gefahr, nicht einmal von ihrer Familie verstanden zu werden, so wie es dem heiligen Franziskus erging: Der reiche Kaufmannssohn gab alles auf, um sich als Bettler um Aussätzige, Arme und Kranke zu kümmern und das Evangelium zu verkünden.

Gegen erfundene Feinde und aufgezwungene Gewalt

Sich der Kultur der Macht zu entziehen und die Mauern einzureißen, die Menschen voneinander trennen, bedeutet jedoch niemals, die eigene Familie, Stadt oder Tradition zu verraten, sondern sie von ihren Einbildungen zu befreien“, so Leo XIV.: Von Feinden, die aus Angst und Unwissenheit erfunden worden sind, von Gewalt, mit der man seine eigene kleine Ordnung einer Wirklichkeit aufzwingen möchte, die uns von allen Seiten übersteigt.“

Abschließend appellierte der Papst an die Jugendlichen, sich der Zivilisation der Liebe“ zu verschreiben: Bündelt die besten Kräfte eurer großartigen Menschheit – Studium, Fachkenntnisse, Arbeit, Freundschaften, Liebe, Gebet – und lebt die Vision des Franziskus heute auf unterschiedliche Weisen weiter.“

Begeisterter Empfang für Leo XIV.

Leo XIV. war am Morgen per Helikopter nahe der Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi gelandet. Dort wurde er von Erzbischof Felice Accrocca, Repräsentanten der franziskanischen Orden sowie von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft empfangen. Vor der Basilika bereiteten ihm die jungen Menschen, die seit Montag am franziskanischen Jugendtreffen Go!“ teilnahmen, einen begeisterten Empfang mit Jubel und Sprechchören Viva il Papa“.

Auf dem Vorplatz der Basilika beantwortete er einige ihrer Fragen. Nach der Messe in der voll besetzten Kirche, die auch auf den Vorplatz übertragen wurde, begab er sich nach einem kurzen weiteren Gruß zum Helikopter zurück in den Vatikan.

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