Anzeige
Auf der ganzen Welt sorgt die Auseinandersetzung zwischen Rom und Washington für Aufsehen – auch in Deutschland. Wer sich bisher dazu äußerte.
Verschiedene Politiker haben die Haltung von Papst Leo XIV. nach den Attacken von US-Präsident Donald Trump gelobt. „Ich freue mich darüber, mit welcher Souveränität der Papst auf die widerlich-absurden Angriffe von Trump reagiert“, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Berlin. Ähnlich äußerten sich die Grünen-Chefin Franziska Brantner und die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Thierse sagte weiter, er begrüße es, dass der Papst dem Missbrauch von Religion widerspreche und das Evangelium gegen fatale politische Funktionalisierung verteidige. Die Parteivorsitzende der Grünen, Brantner, sagte der KNA: „Papst Leo XIV. zeigt Haltung und Mut, wenn er sagt: ‚Ich habe keine Angst‘.“ Das sei die Stimme, „die wir in dieser Zeit brauchen“, so die Parteivorsitzende der Grünen.
Ausgerechnet mit dem Papst im Streit
Brantner nannte es bezeichnend, dass der US-Präsident ausgerechnet mit dem Papst im Streit liege, weil dieser Frieden fordere. Trumps Reaktion spreche für sich. Sie zeige die Ohnmacht eines Mannes, der keine moralischen Argumente mehr habe. Für Europa bedeute das, die eigene Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen. Eine europäische Verteidigungsunion sei eine Notwendigkeit und die Bundesregierung müsse die Aufgabe mutig angehen, so die Grünen-Politikerin.
Am Wochenende hatte Trump den Papst auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ unter anderem als „schwach“ gegenüber Kriminalität und eine „Katastrophe“ in der Außenpolitik bezeichnet, nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als „wahrlich inakzeptabel“ verurteilt hatte. Auch in den vergangenen Tagen gab es Spannungen zwischen Trump und dem aus den USA stammenden Papst Leo XIV.
„Trump richtet sich gegen etwas Sakrosanktes“
Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann sagte, die Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf Papst Leo XIV. schadeten ihm selbst. Seinem Land und vor allem seiner Administration im Weißen Haus habe er einen Bärendienst erwiesen, sagte die Europaabgeordnete der KNA in Brüssel. „Er verliert damit auch diejenigen, die sehr konservativ und eigentlich an seiner Seite sind.“
Trump habe offenbar nicht verstanden, welche Dimension ein solcher Frontalangriff auf das Oberhaupt der katholischen Kirche habe, sagte Strack-Zimmermann. Christen in aller Welt, aber auch andere Religionsgemeinschaften reagierten „hochempfindlich, weil er sich gegen etwas Sakrosanktes richtet“. Das betreffe nicht nur Katholiken, sondern sei eine generelle Frage des Respekts auch Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens gegenüber.