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Das Lehrschreiben scheint bevor zu stehen. Titel und Inhalt werden kolportiert, für ein bestimmtes Datum gibt es viele Gründe.
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. ist offenbar auf den 15. Mai terminiert. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) aus unterschiedlichen vatikanischen Quellen erfuhr, will der Papst an diesem Tag das Lehrschreiben unterzeichnen.
Thematisch soll es dem Vernehmen nach unter anderem um Künstliche Intelligenz, den Frieden, die Krise des Völkerrechts und um weitere aktuelle Gefährdungen der Menschheit gehen. Mit dem Datum 15. Mai wird, so heißt es im Vatikan, der Anspruch einer großangelegten Sozialenzyklika unterstrichen. Das erste derartige Lehrschreiben hatte Leo XIII. am 15. Mai 1891 mit dem Titel "Rerum novarum" veröffentlicht.
Viele Sozialenzykliken am 15. Mai
Damals setzte sich die Kirche erstmals systematisch mit der industriellen Revolution und ihren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander. Danach entwickelte sich in der katholischen Kirche die "Soziallehre". Sie hat sich seither zu einem wichtigen Zweig der neuzeitlichen Theologie entwickelt.
40 Jahre später, am 15. Mai 1931, unterzeichnete Pius XI. die Enzyklika "Quadragesimo anno". In ihr wurde unter dem Einfluss des deutschen Jesuiten Oswald von Nell-Breuning die Soziallehre perfektioniert und das Prinzip der Subsidiarität entwickelt. Zudem erklärte die Enzyklika die Unvereinbarkeit von christlicher Lehre und Sozialismus, da dieser das Eigentum und die menschliche Person nicht genügend respektiere.
Datum mit Geschichte
Weitere 30 Jahre später, am 15. Mai 1961, unterschrieb Johannes XXIII. seine Sozialenzyklika "Mater et magistra". Sie macht sich vor allem für Mitbestimmung in den Betrieben stark.
Die Sozialenzyklika "Centesimus annus" 1991 von Johannes Paul II. wurde abweichend am 1. Mai unterzeichnet. Damit betonte der polnische Papst seine Nähe zur Arbeiterbewegung. In diesem Lehrschreiben ging es um die Folgen der Überwindung des Kommunismus in Europa. Es enthält die bislang klarste Würdigung der Marktwirtschaft als System, das Wohlstand schafft.
Der mögliche Titel
Die Sozialenzyklika von Leo XIV. wurde dem Vernehmen nach unter dem Arbeitstitel "Magnifica humanitas" verfasst. Sie würde mit der Unterzeichnung am 15. Mai an die Tradition der großen päpstlichen Lehrschreiben des 19. und 20. Jahrhunderts anknüpfen.