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Tausende kommen über die Kanaren nach Europa. Tausende Migranten sind ertrunken. Wo der Papst die Kirche in der Pflicht sieht.
Mit eindringlichen Worten hat Papst Leo XIV. um Respekt für die Würde jener Menschen geworben, die auf dem Seeweg nach Europa kommen. Am Hafen Arguineguín in Mogán auf Gran Canaria sagte der Papst am Donnerstagmittag: „Hier kommen so viele verwundete Menschenleben an, denen fast alles genommen wurde, aber niemals ihre Würde.“
Deshalb seien Christen besonders gefordert. In den Worten des Papstes: „Hier reißt uns das Evangelium aus der bequemen Rolle des Zuschauers heraus und stellt uns vor den Bruder, der ankommt. Es fragt uns, ob wir Christus in denen erkannt haben, die voller Angst, Hunger und Gewalt an Land gehen.“
Papst: Menschenhändler sind Ungeheuer
Der Papst fuhr fort mit den Worten: „Die Kirche darf sich weder von diesen Gewässern abwenden noch von irgendeinem Ort, an dem Hunger, Durst, Gewalt, Angst oder Exil weiterhin die Menschenwürde verletzen.“ Menschenhändler und mafiöse Organisationen, die Migranten ausbeuten, bezeichnete der Papst als „Ungeheuer“. Sie versklavten Frauen und Kinder.
In seiner emotionalen Ansprache rief Leo XIV. dazu auf, Migranten als Menschen zu sehen, die „Teil unserer Familie sind“. Nachdrücklich dankte er allen, die sich an Rettungsaktionen, Aufnahme und Begleitung beteiligen.
Papst fordert legale Wege der Migration
Ein besonderes Wort richtete der Papst an eine Frau, die Opfer von Menschenhandel wurde: „Auch wenn man dich wie einen Gegenstand behandelt hat, möchte die Kirche dir heute sagen: Du bist eine Tochter und eine Schwester, du bist ein Segen. Dein Leben gehört nicht denen, die dir Schaden zugefügt haben; dein Körper gehört nicht denen, die dich ausgenutzt haben.“
An die Adresse aller Migranten gewandt, sagte er: „Ich möchte mich vor eurer Würde verneigen. (...) Aber ich möchte euch auch sagen, dass euer Leben geschützt werden muss. Überlasst eure Existenz nicht denen, die damit Handel treiben.“ An Europa richtete er den Appell, es könne nicht die Menschenwürde proklamieren und sich daran gewöhnen, dass das Meer zu einem Friedhof wird. Der Papst forderte legale Wege der Migration.
Menschen müssen in Würde leben
Es reiche nicht aus, Ankünfte zu verwalten, Grenzen zu sichern oder Todesfälle zu beklagen. Die Menschenwürde erfordere „legale und sichere Wege, Rettung und Hilfe, echte Zusammenarbeit gegen Menschenhändler, wirksamen Opferschutz, ernsthafte Aufnahme- und Integrationsprozesse sowie politische Maßnahmen, die es jedem Menschen ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben“.
Am Ende seiner Rede am Hafen sagte der Papst: „Heute stellt uns hier am Ufer des Meeres jedes Leben, das ankommt, die Frage, was von unserer Menschlichkeit übrig bleibt. Früher oder später wird sich zeigen, ob wir diese Menschlichkeit zu bewahren wussten oder ob wir zuließen, dass die Gleichgültigkeit uns gelenkt hat.“