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Ein Treffen aller Kardinäle mit dem Papst ist äußerst selten. Eigentlich. Leo XIV. lädt nun schon zum zweiten Mal ein.
Leo XIV. möchte mit seinen Kardinälen über die Weltlage, Künstliche Intelligenz und den Fortgang des Reformprojekts Weltsynode beraten. Der Vorsitzende des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, kündigte die Themen in einem Brief an die Teilnehmer an, meldet "Vatican News". Das als Konsistorium bezeichnete Treffen findet am 26. und 27. Juni im Vatikan statt.
Zuletzt hatte sich Leo XIV. Anfang Januar zu einer zweitägigen Arbeitssitzung mit seinem wichtigsten Beratergremium getroffen und die Themen Mission und Synodalität behandelt. Einige Diskussionsvorschläge fanden damals zunächst keine Mehrheit, darunter Fragen zum Verhältnis der vatikanischen Zentralverwaltung zu den Ortskirchen sowie eine mögliche Debatte über die ältere Form der Messfeier. Sie stehen für das nächste Treffen nicht offiziell zur Debatte.
Gibt es einen "gerechten Krieg"?
Die erste Sitzung Ende Juni soll sich der internationalen Lage und der Situation in den Ortskirchen widmen. Die gut 240 Kardinäle stammen aus mehr als 100 Ländern. In der zweiten und dritten Sitzung behandeln die Teilnehmenden Themen aus dem kürzlich veröffentlichten Lehrschreiben des Papstes.
In der Enzyklika "Magnifica humanitas" geht es um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und weitere Herausforderungen der Menschheit. Schwerpunkte der kommenden Beratungen sollen deren Inhalte zu Frieden, Versöhnung und der Überwindung der Theorie vom "gerechten Krieg" sein.
Zukunft der Weltsynode
Ein Teil der vierten Sitzung befasst sich mit dem Fortgang der Weltsynode. Das Projekt soll zu mehr Mitwirkung aller Katholiken in der Kirche führen.
Kürzlich hatte das zuständige Sekretariat den weiteren Fahrplan ausgegeben. Wie zu Beginn des einst von Papst Franziskus initiierten Projekts finden die Etappen auf lokaler, nationaler und kontinentaler Ebene statt. Der Weg mündet im Oktober 2028 in eine große Kirchenversammlung mit Papst Leo XIV. im Vatikan.
Freie Aussprache zum Schluss
Die Beratungen im Juni enden mit einem freien Dialog der Kardinäle mit dem Papst mit Redebeiträgen von jeweils drei Minuten Dauer. Ziel des Konsistoriums sei, schreibt Kardinal Re, die Erfahrungen und Ratschläge der Kardinäle zu sammeln. Zugleich gehe es um ihre aktive Unterstützung der kirchlichen Anliegen in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen.