BUCH

Kirchenbild, Armut, Wirtschaft: So denkt Papst Leo XIV.

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Ein neues Buch mit Aufsätzen, Predigten und Ansprachen von Robert Prevost zwischen 2001 und 2013 erscheint.

Von KNA

Fast genau ein Jahr nach der Wahl von Robert Prevost zum Papst erscheint ein Buch mit Aufsätzen, Predigten und Ansprachen aus der Zeit von 2001 bis 2013. Die italienische Ausgabe kommt ab Montag in die Buchhandlungen.

Italienische Zeitungen veröffentlichen am Sonntag erste Auszüge. Deutlich wird eine Übereinstimmung Leos mit zentralen Ideen von Franziskus, seinem Vorgänger als Papst. Wie dieser wendet sich Prevost gegen eine "in sich selbst gekehrte Kirche" und gegen ein Klammern an Strukturen. Zugleich spricht er sich für eine "radikale Armut" und eine Offenheit der Kirche für alle Menschen aus.

Leo: Kirche soll auf alle zugehen

In einem Beitrag Prevosts von 2012 heißt es, das Reich Gottes sei ein "dynamisches und kein räumliches Konzept". Man müsse "Wege suchen, auf alle zuzugehen, alle willkommen zu heißen, mit allen einen echten Dialog zu beginnen". Ähnlich hatte sich später Papst Franziskus wiederholt geäußert.

In einem Vortrag an Mitbrüder im Augustiner-Orden 2008 heißt es: "Unser Leben muss ein Zeichen des Protests gegen die Konsum-Mentalität der Gesellschaft sein, in der wir leben. Die Menschen (...) erwarten von uns eine prophetische Armut, die von ihrem Wesen her eine Offenheit für die Nöte der anderen erfordert und vielleicht auch in besonderer Weise ein Eintreten für die sozialen Rechte der Armen."

Kritik am Neoliberalismus

An einer anderen Stelle kritisiert Prevost "den Neoliberalismus, der sich als 'Heilsweg der Völker' durchgesetzt und gnadenlos die große Mehrheit der Menschheit auf die Seite gedrängt hat". Wann das 560 Seiten umfassende Buch auf Deutsch erscheint, sei noch nicht entschieden, meldet "Vatican News".

In der Zeit von 2001 bis 2013 leitete der heutige Papst Leo XIV. die weltweite Ordensgemeinschaft der Augustiner. Danach wurde er Bischof von Chiclayo in Peru, bevor er 2023 Kurienkardinal im Vatikan wurde.

Die Augustinerpatres Rocco Ronzani, Miguel Ángel Martín Juárez und Michael Di Gregorio haben das Buch gemeinsam mit der vatikanischen Verlagsbuchhandlung herausgegeben. Der italienische Titel lautet "Liberi sotto la grazia" ("Frei unter der Gnade").

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