KIRCHE IN DEUTSCHLAND

Dresden-Meißen: Papst nimmt Rücktrittsgesuch von Heinrich Timmerevers an

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Timmerevers war seit 2016 Bischof der ostdeutschen Diözese. Zuvor war er Weihbischof im Bistum Münster und Bischöflicher Offizial in Vechta.

Papst Leo XIV. hat das überraschende Rücktrittsgesuch des Bischofs von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers (74), zum 2. September angenommen. Das teilten der Vatikan, das Bistum Dresden-Meißen und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mit.

Timmerevers begründet seinen vorzeitigen Schritt in einer Mitteilung mit den „vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben“, die ihn „enorme Kraft“ gekostet hätten: „Daher habe ich beschlossen, die Leitung unseres Bistums Dresden-Meißen […] in jüngere Hände zu übergeben.“ Es gebe „keinen äußeren Anlass oder akute gesundheitliche Gründe“ für seinen Rücktritt, so der Bischof. 

Er habe Leo XIV. „bereits vor einigen Monaten“ um Entpflichtung gebeten und ihm sein Gesuch am 13. Februar in Audienz erläutert. Am 23. Juni habe der neue Apostolische Nuntius Hubertus van Megen Timmerevers die Zustimmung des Papstes mitgeteilt. Der Bischof gibt an, im Bistum Dresden-Meißen bleiben zu wollen: „Hier in dieser Stadt bin ich inzwischen zuhause und stehe dem Bistum auch im Ruhestand als Seelsorger auf Wunsch weiterhin gerne zur Verfügung.“

Wilmer: „Großer Verlust“

Der DBK-Vorsitzende und Münsteraner Bischof Heiner Wilmer bezeichnete Timmerevers’ Rücktritt als „großen Verlust“. Es sei beeindruckend, dass er „mit Mut und Vision die angestammte Heimat des Bistums Münster verlassen hat, um noch einmal in einem Alter aufzubrechen und Neues zu beginnen, in dem andere schon an den Ruhestand denken“. Timmerevers sei es als Bischof aus dem Westen in Dresden-Meißen „auf einfühlsame Weise gelungen, einen Draht zu den Menschen aufzubauen“. 

Wilmer würdigte insbesondere dessen Arbeit als Vorsitzender der DBK-Kommission für Erziehung und Schule. Timmerevers sei in der Bischofskonferenz ein „Garant für die Solidarität“ gewesen. Die Umstrukturierungsprozesse im Bistum Dresden-Meißen und die „Aufarbeitung des dunklen Kapitels des sexuellen Missbrauchs in der Kirche“ hätten für ihn eine Herausforderung dargestellt: „Dein konsequentes Vorgehen auf diesem Gebiet […] [ist] für uns unverzichtbar gewesen.“

Bischof aus dem Bistum Münster

Heinrich Timmerevers stammt ursprünglich aus Garrel-Nikolausdorf im Landkreis Cloppenburg. 1985 empfing er im Münsteraner Paulusdom durch Bischof Reinhard Lettmann die Priesterweihe. Von 2001 bis 2016 war Timmerevers als Weihbischof im Bistum Münster und Bischöflicher Offizia in Vechta tätig. Papst Franziskus ernannte ihn 2016 zum Bischof von Dresden-Meißen. Timmerevers meldete sich immer wieder in kirchenpolitischen Debatten zu Wort. Unter anderem sprach er sich für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aus. 

Timmerevers’ harter Sparkurs in Dresden-Meißen und die Auflösung der gemeinsamen Aufarbeitungskommission von drei ostdeutschen Bistümern Anfang Juni 2025 rief großen Unmut hervor. Bundesweit sorgte im Juni 2024 seine Teilnahme an der ökumenischen Glaubenskonferenz „Unum24“ in München, bei der unter anderem der queerfeindliche US-Prediger Bill Johnson auftrat, für Schlagzeilen.

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