MEDIENBERICHT

Leo XIV. ruft Kardinäle nach Rom - darüber will der Papst sprechen

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Papst Leo XIV. ruft erstmalig alle Kardinäle in den Vatikan. Eine Zeitung will erfahren haben, worüber beraten werden soll.

Von KNA

Beim ersten Kardinalstreffen unter Papst Leo XIV. soll es italienischen Medienspekulationen zufolge um die Feier der alten lateinischen Messe gehen. Ein entsprechender „Weihnachtsbrief“ gehe in dieser Woche allen Kardinälen zu, schrieb die Zeitung „Il Giornale“ am Dienstag. Die Beratungen des sogenannten Konsistoriums sollen laut dem Blatt am 7. und 8. Januar in Rom stattfinden.

Den Streit mit den katholischen Traditionalisten hatte Papst Franziskus (2013-2025) am 16. Juli 2021 mit seinem Schreiben „Traditionis custodes“ verschärft. Mit diesem Erlass schränkte er die Möglichkeiten zur Feier der alten lateinischen Messe stark ein, was von Traditionalisten immer wieder kritisiert wurde.

Auch Synodalität soll diskutiert werden

Bei der zweitägigen Versammlung der mehr als 200 Kardinäle der katholischen Kirche wird es laut dem Bericht auch über das Thema Synodalität diskutiert. Hier geht es um Fragen der Mitsprache von Bischöfen, Priestern und nicht geweihten Kirchenmitgliedern, die Franziskus stark gefördert hatte.

Zuletzt hatte im Oktober 2024 die Weltsynode von Bischöfen und anderen Geistlichen, aber auch nicht geweihten Männern und Frauen mit Stimmrecht Reform-Beschlüsse für die katholische Weltkirche gefasst. Darunter waren neue Regeln für die Rechenschaftspflicht von Bischöfen. Franziskus hatte die Beschlüsse anschließend überraschend eins zu eins in Kraft gesetzt.

Wer zum Konsistorium einlädt

Papst Leo XIV. ließ die Einladung zum ersten Konsistorium laut „Il Giornale“ bereits im November durch den Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, verschicken. Die Themen seien aber nun erst im Weihnachtsbrief des Papstes an die Kardinäle enthalten, hieß es.

Kardinalsversammlungen wurden von den Päpsten in den vergangenen Jahren unterschiedlich genutzt. Der spektakulärste Fall war das außerordentliche Konsistorium am 11. Februar 2013, bei dem der damalige Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt ankündigte. Papst Franziskus nutzte das Konsistorium am 20. Februar 2014, um mit einem Grundsatzreferat von Kardinal Walter Kasper eine Debatte um einen neuen Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen einzuleiten.

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