WEIHNACHTSBOTSCHAFT

Papst Leo XIV. zu Weihnachten: Zuerst die eigenen Fehler erkennen

Anzeige

Warum der Papst für eine gerechte Welt jede und jeden Einzelnen gefordert sieht, was er zu Europa und auf Deutsch sagte.

Von KNA, jjo

Zu Eigenverantwortung für eine gerechte Welt ruft Papst Leo XIV. in seiner ersten Weihnachtsbotschaft auf. „Wenn jeder von uns auf allen Ebenen, statt andere zu beschuldigen, zuerst seine eigenen Fehler erkennen und Gott um Vergebung bitten würde und sich gleichzeitig in die Lage der Leidenden versetzen und sich mit den Schwachen und Bedrängten solidarisieren würde, dann würde sich die Welt verändern", sagte Leo am ersten Weihnachtstag auf der Mittelloggia des Petersdoms im Vatikan.

Er erinnerte an viele Völker in Not und Krieg. Er grüßte die Menschen im Nahen Osten, bat Gott um Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität für den Libanon, Palästina, Israel und Syrien.

Über die Wurzeln Europas

Für Europa forderte der Papst den Geist der Gemeinschaft und Zusammenarbeit, damit der Kontinent „seinen christlichen Wurzeln und seiner Geschichte treu bleiben und solidarisch und gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen sein kann“.

Insbesondere bete er für das „leidende ukrainische Volk“: „Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen."

Kein Wort über die USA

Leo nannte Krisenherde wie den Sudan, Südsudan, Mali, Burkina Faso, die Demokratische Republik Kongo, Jemen, Haiti und Myanmar. Eindringlich rief er zum Einsatz auf für jene, die „nichts mehr besitzen und alles verloren haben wie die Bewohner von Gaza“. Lateinamerika erwähnte er, sein Heimatland USA und den schwelenden Konflikt mit Venezuela nicht.

Der Papst erinnerte an die vielen Flüchtlinge, auch auf dem Mittelmeer, an Menschen, die ausgebeutet werden, etwa in unterbezahlter Arbeit, sowie an jene, die oft unter menschenunwürdigen Bedingungen im Gefängnis säßen.

Grüße auf Deutsch

„Der Geburtstag des Herrn ist der Geburtstag des Friedens“, schloss Leo XIV. Vor dem Segen „Urbi et orbi“ grüßte er auf Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Polnisch, Arabisch, Chinesisch und Latein.

Auf Deutsch sagte er: „Frohe Weihnachten! Der Friede Christi herrsche in euren Herzen und euren Familien.“ Die mehrsprachigen Grüße ließen eine Tradition aufleben, die Paul VI. begründete. Papst Franziskus hatte auf den Brauch verzichtet.

Im Festgottesdienst am Weihnachtsmorgen hatte Leo XIV. die Sinnlosigkeit von Kriegen gegeißelt. Er verwies auf das Schicksal junger Menschen, "die zum Kriegsdienst gezwungen werden und dort an der Front die Sinnlosigkeit dessen erkennen, was von ihnen verlangt wird, und auch die Lügen, von denen die großspurigen Reden derer, die sie in den Tod schicken, triefen".

Anzeige

Komplet - der Abend-Newsletter von Kirche+Leben

JETZT KOSTENLOS ANMELDEN



Mit Ihrer Anmeldung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.