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Franziskus nennt Minderheit der Rohingya nicht ausdrücklich

Papst: Myanmar soll „jede ethnische Gruppe“ achten

Den Namen der in Myanmar verfolgten Minderheit der Rohingya hat Papst Franziskus zwar nicht in den Mund genommen – aber dennoch über das Verhältnis von ethnischen und religiösen Gruppen im Land gesprochen.

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Franziskus hat in Myanmar zur Achtung „jeder ethnischen Gruppe“ gemahnt, die das Land als ihr Zuhause ansehe. Frieden und Versöhnung seien nur durch Gerechtigkeit und Einhaltung der Menschenrechte möglich, sagte der Papst am Dienstag in der Hauptstadt Naypyidaw. Es gelte, Konflikte durch Dialog zu lösen, nicht mit Gewalt.

Der Name der Minderheit der Rohingya fiel nicht in der Rede an Vertreter der Zivilgesellschaft und des Diplomatischen Corps. Der Kardinal von Rangun, Charles Bo, hatte dem Papst geraten, das Wort zu vermeiden, weil es Spannungen verstärken könne. Im buddhistischen Myanmar haben sich in den vergangenen Jahren ethnische und regionale Spannungen auch religiös aufgeladen.

Aung San Suu Kyi bleibt vage

Staatsrätin Aung San Suu Kyi betonte in ihrer Rede vor Papst Franziskus die Notwendigkeit von Frieden und Güte. Die Seligpreisungen Jesu seien bis heute „Programm und Herausforderung für politische und religiöse Anführer ebenso wie für Verantwortliche in Wirtschaft und Medien“, sagte die De-facto-Regierungschefin.

Rohingya
Als Rohingya bezeichnen sich die rund eine Million Muslime in Myanmars Teilstaat Rakhine. Etwa eine weitere Million Rohingya lebt als Flüchtlinge in Nachbarländern. Sie verstehen sich als eigenständige ethnisch-religiöse Gruppe und gelten als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt. Staatliche Stellen in Myanmar vermeiden die Bezeichnung Rohingya. Sie sprechen von „Bengalis“, die illegal aus dem benachbarten Bangladesch eingewandert seien. Seit Ende August 2017 gelten sie im offiziellen Sprachgebrauch der Regierung als „Terroristen“.

Zum Umgang mit den Rohingya blieb Suu Kyi vage. Es sei „eine Herausforderung, eine Gesellschaft, Gemeinschaften und Unternehmen aufzubauen, indem man als Friedensstifter agiert“. Die Friedensnobelpreisträgerin erinnerte an die Verfassungsprinzipien ihres Landes und an die Anfangsworte der Nationalhymne, „niemals abzuweichen vom Weg gerechter Freiheit“.

Papst trifft Religionsvertreter

Religionen können nach den Worten des Papstes auf dem Weg zu Frieden im Land eine „besondere Rolle“ spielen. Er mahnte, religiöse Unterschiede nicht als trennend, sondern als „Kraft zur Einheit, zu Vergebung, Toleranz und zum klugen Aufbau der Nation“ zu sehen.

Ähnlich hatte sich Franziskus am Morgen bei einem Treffen mit Vertretern von Glaubensrichtungen in Rangun geäußert. Es nahmen sechs Christen, fünf Buddhisten, drei Muslime, zwei Hindus und ein Jude teil. Am Ende sprach Franziskus ein Gebet für alle. Im Anschluss traf er sich kurz mit dem Führer der Buddhisten, Sitagu Sayadaw. Das interreligiöse Treffen war erst vor einer Woche auf Bitten Kardinal Bos ins Reiseprogramm aufgenommen worden.

Beim Treffen mit Staatspräsident Htin Kyaw trug der Papst sich ins Gästebuch ein. Er bat für die gesamte Bevölkerung Myanmars um „Gottes Segen für Gerechtigkeit, Frieden und Einheit“.

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