Franziskus fordert Kampf gegen Korruption und Umweltzerstörung

Papst prangert „exzessive Entwaldung“ in Madagaskar an

Zum Auftakt seines Besuchs in Madagaskar hat Papst Franziskus zu „entschlossenem Kampf“ gegen Korruption, Spekulation und Umweltzerstörung aufgerufen. Für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung biete die traditionelle Kultur des Landes genügend Ressourcen, sagte der Papst am Samstag vor Vertretern von Politik, Diplomatie und Zivilgesellschaft in Antananarivo. So brauche es etwa eine bessere Einkommensverteilung und umweltverträgliche Arbeitsplätze.

Franziskus prangerte „exzessive Entwaldung“ an, „die nur dem Vorteil einiger weniger dient“. Schmuggel und illegale Exporte wertvoller Hölzer etwa gefährdeten die reiche Tier- und Pflanzenwelt und damit die Zukunft des Inselstaates. Zugleich warnte er vor einer wirtschaftlichen Globalisierung mit kultureller Gleichmacherei. Ursprüngliche Lebensstile müssten berücksichtigt werden. Staatspräsident Andry Rajoelina versprach seinerseits, „Madagaskar wieder aufzubauen“ und Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in dem teilweise autoritär geführten Land zu verbessern.

Muslime und Christen helfen bei Papst-Besuch mit

Der Besuch von Papst Franziskus hat Christen und Muslime näher zusammenrücken lassen. Wie lokale Zeitungen berichten, waren mehr als 200 muslimische Freiwillige an der Seite von Tausenden Christen in die Organisation des Besuchs involviert. „Das ist ein Zeichen der Brüderlichkeit zwischen allen Religionen. Wir gehören zusammen, egal welcher Konfession wir angehören“, wird einer der Freiwilligen zitiert.

Für den Abend ist eine Gebetsfeier von Papst Franziskus mit jungen Menschen vorgesehen, ähnlich wie bei Weltjugendtagen. Am Sonntagmorgen findet auf demselben Gelände eine Messe statt. Die Republik Madagaskar zählt auf einer Fläche von 587.000 Quadratkilometern rund 27 Millionen Einwohner und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Für Montag ist ein eintägiger Besuch auf der rund 1.000 Kilometer östlich von Madagaskar gelegenen Insel Mauritius vorgesehen. Am Dienstag kehrt der Papst nach Rom zurück.