Unterstützung für Bischofskonzerenzen in Kriegsgebieten

Papst richtet „Task Force“ im Kampf gegen Missbrauch ein

Ein Jahr nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan hat Papst Franziskus eine „Task Force“ eingerichtet, die nationale Bischofskonferenzen beim Erstellen von Kinderschutz-Leitlinien unterstützen soll. Wie Juan Ignacio Arrieta Ochoa de Chinchetru, Sekretär des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, am Freitag erläuterte, umfasst die offene Arbeitsgruppe derzeit rund ein Dutzend Personen. Kirchenrechtler seien ebenso dabei wie Psychologen und andere Experten.

In den nächsten Monaten könne die „Task Force“ - je nach Nachfrage - noch wachsen. „Es handelt sich um ein Angebot an alle Bischofskonferenzen weltweit“, sagte Kurienbischof Arrieta. Es richte sich in erster Linie an Länder, in denen die nötigen Strukturen für eine rasche Umsetzung des Leitlinien-Projekts fehlten. „In den USA braucht man diese Hilfe sicher nicht, weil es dort genügend Experten gibt. Aber in etlichen Krisenländern ist das anders“, so der Spanier. Es gebe etwa Bischofskonferenzen in Kriegsgebieten, die mit der Aufgabe schlicht überfordert seien.

Deutscher Pater und Psychologe in der Arbeitsgruppe

Beaufsichtigt wird die „Task Force“ nach Vatikanangaben von Erzbischof Edgar Pena Parra, Substitut des vatikanischen Staatssekretariats, Bombays Kardinal Oswald Gracias, Kardinal Blase Cupich aus Chicago, Maltas Erzbischof Charles Scicluna und vom Leiter des Kinderschutzzentrums an der Gregoriana, Hans Zollner. Der gebürtige Regensburger ist jesuitischer Ordenspriester und Psychologe. Er gilt als einer der führenden kirchlichen Fachleute auf dem Gebiet des Sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche.

Die Arbeitsgruppe soll zunächst zwei Jahre lang im Einsatz sein und vierteljährlich über ihre Aktivitäten Bericht erstatten. Bereits seit Jahren sind alle Bischofskonferenzen weltweit aufgefordert, Leitlinien gegen Missbrauch und für den Schutz von Minderjährigen und Schutzbefohlenen aufzustellen oder zu aktualisieren und diese vom Vatikan genehmigen zu lassen. Wie genau bei Verdachtsfällen vorzugehen ist und wer wann wofür zuständig ist, regelte Papst Franziskus umfassender in seinem Erlass „Vos estis lux mundi“ („Ihr seid das Licht der Welt“) vom 9. Mai 2019.