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Franziskus äußert sich in neuem Dokumentarfilm

Papst will Rechtssicherheit für homosexuelle Paare – Lob und Kritik

  • Franziskus fordert die rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften.
  • Eine „gleichgeschlechtliche Ehe“ lehnt er dagegen weiter ab.
  • Die Aussagen ernten Lob und Kritik.

Christliche Gruppen, die sich für Rechte von Lesben und Schwulen in der Kirche einsetzen, begrüßen die Äußerung von Papst Franziskus zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Aus konservativen Kreisen kommt Kritik.

Franziskus hatte am Mittwoch die rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften gefordert. Eine „gleichgeschlechtliche Ehe“ lehnt er dagegen weiter ab.

In einer bei einem römischen Filmfestival präsentierten Film-Biografie betonte der Papst, Homosexuelle hätten ein Recht auf Familie. Niemand dürfe aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung ausgegrenzt werden. „Wir müssen ein Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften schaffen, so sind sie rechtlich geschützt“, sagt Franziskus im Film „Francesco“ ohne Bezug auf ein bestimmtes Land.

Regenbogen-Gruppen: „Schritt nach vorn“

Claudia Brand vom Vorstand des Regenbogenforums, einem Verein christlicher Gruppen unter anderem für lesbische und schwule Menschen, sagte, die Papst-Aussage sei „ein guter Schritt nach vorn. Wir hoffen sehr, dass bald weitere Schritte folgen.“ Brand verwies darauf, dass kirchliche Eheschließungen von zwei Frauen oder zwei Männern in der katholischen Kirche nicht möglich sind.

Erste Reaktionen aus den USA sind gespalten. „Die Aussage des Papstes steht in klarem Widerspruch zu der seit langem bestehenden Lehre der Kirche“, sagte der Bischof von Providence, Thomas Tobin. Der in US-Medien oft befragte konservative Pfarrer Gerald Murray, der eine Gemeinde in New York leitet, kritisierte, der Papst habe „seine Grenzen überschritten“.

Gespaltene Reaktionen in den USA

Zustimmung erhielt Franziskus vom Chefredakteur des Jesuiten-Magazins „America“, James Martin. Dies sei ein „großer Schritt vorwärts in der Unterstützung der LGBTQ durch die Kirche“. „Vorsichtig optimistisch“ zeigte sich die Geschäftsführerin der katholischen LGBTQ-Gruppe „Dignity USA“, Marianne Duddy Burke.

Franziskus hatte schon in früheren Aussagen Zustimmung zur Duldung eingetragener Partnerschaften für Homosexuelle signalisiert. In dem Film spricht er sich ausdrücklich für eine rechtliche Form aus.

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