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Pastoralreferent:innen im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Pastoralreferent in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Herr van de Loo?

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Als Seelsorgende prägen sie mit den Priestern die hauptamtliche Pastoral in den Gemeinden: Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Und auch sie bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir rund ein Dutzend von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert "Kirche-und-Leben.de" in dieser Woche, bevor am Sonntag 24 neue Seelsorgende von Bischof Felix Genn für ihren Dienst beauftragt werden. Diesmal: Dirk van de Loo aus Münster.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch:
Dirk van de Loo ist Ausbildungsreferent im Institut für Diakonat und pastorale Dienste im Bistum Münster. | Foto: privat
Dirk van de Loo ist Ausbildungsreferent im Institut für Diakonat und pastorale Dienste im Bistum Münster. | Foto: privat

Ich halte es mit dem Petrusbrief, jedem Rede und Antwort zu stehen, der mich fragt. Aber ehrlich gesagt, bekomme ich persönlich kaum Frust ab, den ich nicht auch bei mir selbst wahrnehme. Leicht verstrickt man sich im Wälzen von Problemen. Ich versuche dann möglichst nach jenen Grundsätzen vorzugehen, die wir auch in der Berufseinführung verwenden, nämlich lösungsorientiert zu fragen: „Was soll stattdessen sein?“ Eine Verwirklichung liegt zwar meistens nicht in meiner Macht, die Frage setzt aber oft positivere Energien frei.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Pastoralreferent zu sein?

Ich neige nicht dazu, meiner Berufsrolle eine besondere Bedeutung beizumessen. Ich erfülle sie nach bestem Wissen und Gewissen möglichst treu, verlässlich und professionell. Als ich vor mehr als 25 Jahren mein Studium begonnen habe, meinte einer meiner Lehrer, er bilde uns heute aus mit einer Theologie von gestern für eine Kirche von morgen, von der wir noch nicht wissen, welche Theologie sie eigentlich braucht. Ich verstehe inzwischen sehr genau, was gemeint war und befinde mich in der gleichen Situation. Ich verspüre Verantwortung und Lust, kreativ und engagiert an den aktuellen Herausforderungen mitzuwirken, sei es bei Reformprozessen, sei es bei der Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt – das, was halt an der Zeit ist.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Meine Hoffnung ist, dass der Anbruch des Gottesreiches stärker ist als alle institutionelle Selbsterhaltung in unserer Kirche, die beharrlich auf allen Ebenen wirkt und Kräfte bindet. Nicht nur mit Blick auf konfessionelle Grenzen beunruhigen mich diese Kräfte. Aber warum sollte ich nicht darauf hoffen, dass Gott mächtiger ist und nichts uns scheiden kann von seiner Liebe.

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