KLIMAWANDEL

Nach Klimakleber-Aktionen und Gefängnis: Warum Pater Jörg Alt resigniert

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Rekord-Hitzewellen in Deutschland, Waldbrände in Südeuropa - der Klimawandel zeigt sich deutlich. Der Jesuit aber will seinen Protest einstellen.

Von KNA

Der für seinen Klimaprotest bekannte Jesuit Jörg Alt sieht keine sinnvolle Möglichkeit mehr, diesen weiterzuführen. "Es führt ja auch zu nichts, wenn man mit den Methoden, die nichts bringen, unendlich weitermacht", sagt Alt bei katholisch.de.

Er habe alles versucht, von Büchern über Petitionen bis zu Kampagnen. "Ich habe mit der 'Letzten Generation' versucht, den Leuten klarzumachen, dass die Wand vor uns steht und wir direkt darauf zurasen. Aber das juckt kaum jemanden", so der Pater.

"Keine Chance gegen Lobbyisten"

Während seiner rund dreieinhalb Wochen Haft im Frühjahr 2025 nach einem Klimaprotest sei ihm klar geworden, dass sein Einsatz für Klima- und Generationengerechtigkeit nicht helfe. "Die klassischen Methoden richten gegen das System des Neoliberalismus und seiner Lobbyisten nichts mehr aus", sagt der 64-Jährige. Parlamente und Regierungen träfen Entscheidungen, die in erster Linie der Wirtschaft nützten.

Der Frust in der Klimabewegung sitze tief. Viele Menschen seien psychisch krank geworden, andere seien durch Strafen verschuldet, andere zögen sich wie Alt zurück und kümmerten sich um ihr Glück im privaten Bereich: "Das kann ich ihnen nicht verdenken." Alt ist seit einigen Monaten Dompfarrer in St. Blasien im Schwarzwald.

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