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Die Verleihung im Historischen Rathaus in Münster 2026 stehe im Gegensatz zum Anlass des Preises, meint der katholische Verband im Bistum Münster.
Die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises 2026 an die Nato stößt auf scharfe Kritik der katholischen Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Münster. „Man könnte meinen, in einer weinseligen, abendlichen Runde haben sich friedensbewegte Unternehmer einen Scherz erlaubt“, heißt es in einem Offenen Brief des Verbandes.
Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. im Historischen Rathaus in Münster verliehen und erinnert an den Westfälischen Frieden, der 1648 dort und in Osnabrück nach dem Dreißigjährigen Krieg besiegelt wurde. Neben dem transatlantischen Militärbündnis wird diesmal zudem die kirchennahe Jugendorganisation „SocioMovens“ ausgezeichnet.
Pax Christi: Geld für Aufrüstung statt für Arme
Pax Christi fordert, von einer Preisvergabe für die Nato abzusehen, einem „Bündnis mit einem Kriegsminister in den USA“, das „mit der nuklearen Vernichtung des Gegners droht und damit die totale Vernichtung der Menschheit ins Kalkül einbezieht“. Im Unterschied zum Westfälischen Frieden lege die Nato nicht die Waffen nieder, sondern rüste massiv auf. Die Ressourcen der Erde würden nicht für die Armen in der Welt eingesetzt, stattdessen „todbringende Waffen“ produziert.
Mit dem Westfälischen Friedenspreis wurden seit seiner Gründung etwa der ehemalige tschechische Staatspräsident Vaclav Havel (1998), Uno-Generalsekretär Kofi Annan (2008), Altbundeskanzler Helmut Schmidt (2012) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2024) geehrt. Der Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Ein Datum für die Preisverleihung 2026 steht noch nicht fest.