Erklärung zum Weltflüchtlingstag

Pax Christi Münster verlangt EU-Lösung für Flüchtlinge

Pax Christi im Bistum Münster ruft alle Politiker auf, „nach Kräften alle Bemühungen um eine gemeinsame europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik“ zu unterstützen. Diese Lösung müsse den Kriterien von Humanität und Ordnung gleichermaßen gerecht werden, erklärt die katholische Friedensbewegung zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am Mittwoch.

Asylverfahren dürften nicht in Drittstaaten ausgelagert werden, fordert Pax Christi. Drittstaaten dürften auch nicht mit der Flüchtlingsabwehr beauftragt werden. Zudem wendet sich die Bewegung dagegen, kriegs- und krisengeschüttelte Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären und Flüchtlinge dorthin zurückzuschicken.

Empörung über Machtspiele von Seehofer und Merkel

Pax Christi klagt auch europäische Solidarität mit Ländern wie Griechenland und Italien ein, die „Entlastung bei der Aufnahme von Geflüchteten brauchen“. Zudem seien rechtsstaatliche Asylverfahren zwingend. Ein solcher Umgang mit Flüchtlingen ist nach Ansicht der Friedensaktivisten ein „Zeichen für ein christliches Abendland“.

Mit Blick auf den aktuellen Streit in den Unionsparteien ruft Pax Christi die Politiker auf, sich den Machtspielen zwischen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entgegen zu stellen. Die Debatte dürfe nicht auf die Frage „Nationale oder europäische Abschottung?“ verengt werden: „Weder eine Festung Deutschland noch eine Festung Europa sind humane Optionen.“