In der profanierten Dominikanerkirche

Pendel-Installation von Gerhard Richter in Münster übergeben

Eine vom Künstler Gerhard Richter eigens für die Dominikanerkirche in Münster geschaffene Pendel-Installation ist am Sonntag offiziell übergeben worden. Das Kunstwerk „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ ist eine Schenkung Richters an die Stadt und soll dauerhaft an diesem Standort bleiben.

Für die Dominikanerkirche habe er sich entschieden, weil sie „ein sehr schönes Bauwerk mit einer guten Architektur“ sei, sagte Richter. Die Installation besteht aus dem Pendel mit einer 48 Kilogramm schweren Metallkugel, die an einem 29 Meter langen, in der Kuppel angebrachten Seil schwingt und auf einer Bodenplatte aus Grauwacke die Erdrotation abbildet.

Förderer tragen Großteil der Kosten

Hinzu kommen vier jeweils sechs Meter hohe Glastafeln, die paarweise vor den Wänden der Kuppel angebracht sind. In ihnen spiegeln sich die Bewegungen des Pendels, der Kirchenraum und die Besucher in einem Wechselspiel unterschiedlicher Formen.

Voraussetzung für Richters Schenkung war, dass die Stadt Münster das Kunstwerk installiert und dauerhaft erhält. Die Arbeiten kosteten laut Stadtverwaltung 650.000 Euro, von denen rund 600.000 Euro durch Förderer übernommen wurden.

Frühere Universitätskirche

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sagte, durch Richters Werk werde der Betrachter mit den großen Fragen der Menschheit, des Lebens und der Welt konfrontiert. Der Raum werde durch das Pendel neu belebt. Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), Nordrhein-Westfalens Ministerin für Kultur, teilte mit, in Münster sei „ein spektakuläres Kunstwerk an einem außergewöhnlichen Ort“ entstanden.

Die zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstandene barocke Dominikanerkirche soll im Zusammenspiel mit der Installation für unterschiedliche Kulturveranstaltungen genutzt werden. Seit der Aufhebung des Dominikanerklosters 1811 war die Kirche in staatlichem, ab 1881 kommunalem Besitz. Das Gebäude diente als Militärmagazin, später als Schulkirche und bis zur Profanierung im November 2017 als Universitätskirche.