PERSONALIE

Theologe Hermann Häring ist tot

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Der Schüler von Hans Küng setzte sich zeitlebens für eine Erneuerung der katholischen Kirche ein. Er war bereits Ende April verstorben.

Der Theologe Hermann Häring ist tot. Das bestätigte die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ unter Berufung auf seine Familie. Wie jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 28. April. Häring wurde 88 Jahre alt.

Der Schwerpunkt des Schülers von Hans Küng lag auf der ökumenischen Theologie. Nach der Jahrtausendwende tat sich Häring vor allem als scharfer Kritiker von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. hervor. 2013 setzte er sich in einem Brief mit der umstrittenen Amtsführung des damaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst auseinander: „Dieser enorme Vertrauensverlust ist ein unhaltbarer Zustand, den ein Bistum nicht verdient, der eines Bischofs unwürdig ist und die Betroffenen im Grunde verhöhnt.“ 

Nicht zuletzt sprach sich Häring in mehreren Veröffentlichungen für eine Erneuerung der katholischen Kirche aus. 2009 erhielt er für seine „Theologie ohne dogmatische Engführung“ den Herbert-Haag-Preis.

Häring wurde 1937 in Pforzheim (Baden-Württemberg) geboren. Von 1956 bis 1964 war er Mitglied des Jesuitenordens. Nach einem Studium der katholischen Theologie wurde Häring 1970 bei Küng promoviert und schließlich 1978 habilitiert. Von 1980 bis 2005 hatte er einen Lehrstuhl an der niederländischen Universität Nijmegen inne – zunächst für systematische Theologie, dann für Wissenschaftstheorie und Theologie. Später war Häring als Berater von Küngs „Projekt Weltethos“ tätig. Bis zu seiner Emeritierung wohnte er mit seiner Familie in Kleve

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