PERSONALIE

Theologe Peter Hünermann ist tot

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Der Priester gab mit dem „Denzinger“ das weltweit wichtigste Dogmatik-Werk heraus. Am Sonntagabend ist er im Alter von 96 Jahren gestorben.

Der bedeutende Theologe Peter Hünermann (1929-2025) ist tot. Übereinstimmenden Berichten zufolge starb er am Sonntagabend mit 96 Jahren in Erligheim (Baden-Württemberg). Der Münsteraner Pastoraltheologe Christian Bauer würdigte Hünermann auf Facebook als einen der „letzten großen Theologen alter Schule“.

Noch im hohen Alter plädierte Hünermann für eine Erneuerung der katholischen Kirche: „Die Kirche befindet sich in einer massiven Krise, weil der Glaube an Gott in der Öffentlichkeit nicht mehr genug sichtbar wird“, so der Theologe 2024 gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. Es gebe zum Beispiel keine sachlichen oder dogmatischen Gründe gegen eine Weihe von Diakoninnen.

Einsatz für Erneuerung

Ebenfalls unterzeichnete Hünermann 2021 die sogenannte Münsteraner Erklärung. Darin kritisierten mehr als 200 Theologen das vatikanische Nein zur Segnung homosexueller Paare. Die Rücknahme der Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft Pius X. durch Papst Benedikt XVI. bezeichnete Hünermann 2009 in einem Beitrag für die „Herder Korrespondenz“ als „Amtsfehler“.

Hünermann wurde 1929 in Berlin geboren und empfing 1955 in Rom die Priesterweihe. Nach seiner Habilitation lehrte er von 1971 bis 1982 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Anschließend war Hünermann bis zu seiner Emeritierung 1997 als Professor für Dogmatik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen tätig. 

Der Theologe gab mehr als drei Jahrzehnte den „Denzinger“ heraus. Das Werk gilt als weltweit bedeutendstes Kompendium lehramtlicher Texte der Kirche. Im September wurde bekannt, dass der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald Hünermanns Nachfolge als Herausgeber antritt.

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