Steinmeier und Laschet würdigen Einsatz für ein friedliches Europa

Pfadfinder und baltische Staaten mit Friedenspreis ausgezeichnet

Die baltischen Staaten und die Pfadfinder sind am Samstag in Münster mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte die Länder Estland, Lettland und Litauen „ermutigende Beispiele europäischer Gesinnung“. Die Vertreter der baltischen Staaten unterstrichen, dass Frieden nicht selbstverständlich sei, sondern immer wieder errungen werden müsse. Der alle zwei Jahre vergebene Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.

Steinmeier sagte in seiner Laudatio für die drei EU-Staaten an der Ostsee, die früher Teilrepubliken der Sowjetunion waren: „Ihre Staaten stechen heraus in ihrer unbeugsamen Liebe zur Freiheit!“ In einer Situation, in der die Fliehkräfte innerhalb der Europäischen Union gefährlich anwachsen würden, seien die baltischen Staaten ermutigende Beispiele europäischer Gesinnung.

„Bessere Zukunft in der EU“

„Die baltischen Staaten haben über Jahrhunderte das Schicksal kleinerer Nationen getragen, von den großen Mächten als Vorfeld ihrer Ansprüche betrachtet zu werden“, sagte Steinmeier. Nach dem Ende der sowjetischen Besatzung hätten sie der Welt gezeigt, dass die bessere Zukunft in der EU liege. Dass die Länder für Versöhnung mit den Deutschen stünden, die so furchtbare Verbrechen in den Ländern verübt hätten, „das erfüllt uns mit Dankbarkeit“, unterstrich der Bundespräsident.

Bei dem Festakt im Münsteraner Rathaus nahmen die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite, die estnische Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid und der lettische Präsident Raimonds Vejonis die Auszeichnungen entgegen. Grybauskaite unterstrich, dass Frieden immer wieder erkämpft werden müsse. Vejonis erklärte, angesichts von militärischen und humanitären Krisen liege die Zukunft in einem geeinten und starken Europa. Auch die estnische Staatspräsidentin Kaljulaid unterstrich die Notwendigkeit des Zusammenhalts in Europa.

Pfadfinder sind weltweite Friedensbewegung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) würdigte in seiner Laudatio die Verdienste der Pfadfinder als weltgrößte Jugendbewegung. Sie hätten sich selbst zum Ziel gesteckt, Frieden auf der Welt zu schaffen und dafür zu arbeiten. „Ihr seid ein gutes Beispiel dafür, wie man unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Schicht friedlich zusammenleben und sich gegenseitig respektieren kann“, betonte Laschet. Den deutschen Pfadfinderverbänden gehören derzeit rund 220.000 Mitglieder an.

Mit dem Friedenspreis werden Menschen und Organisationen ausgezeichnet, die ein Vorbild für Ausgleich und Frieden in Europa und in der Welt sind. Unter den bisherigen Preisträgern sind die früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU), der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, der frühere tschechische Präsident Václav Havel und der Dirigent Daniel Barenboim. 2016 wurden Jordaniens König Abdullah II. und die Aktion Sühnezeichen ausgezeichnet.

Der Westfälische Friedenspreis wurde 1998 zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe gestiftet. Seitdem wird er alle zwei Jahre an zwei Preisträger verliehen.