Gemeinde will über „große Themen des Lebens“ reden

Pfarrei in Warendorf lädt ins Café zum Gesprächsabend ein

Um mit Menschen über die „großen Themen des Lebens“ ins Gespräch zu kommen, braucht es nicht viel, ist sich Pastoralreferent Ulrich Hagemann sicher: „Nur Persönlichkeiten, die aus ihrem Leben berichten, Menschen, die sich davon inspirieren lassen, und dazu eine lockere Wohlfühl-Atmosphäre.“

Die Mitglieder des Sachausschusses „Neue Wege“ der Pfarrei St. Laurentius in Warendorf haben dafür einen besonderen Ort gewählt: Im Café und Bistro „Königsgarten“ wollen sie erstmals am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr, das Experiment „Königstalk“ starten. Das Thema: „Zwischen Lebenslust und Lebensfrust – Was uns lebendig macht“, moderiert von Markus Bußmann, stellvertretender Chefredakteur bei Radio WAF.

„Die Spannung zwischen Lust und Frust“

Bewusst haben sich die Organisatoren gegen die Kirche als Veranstaltungsort entschieden: „Uns ist es ein Anliegen, als Christen auch in anderen Settings miteinander ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel im städtischen oder kulturellen Bereich“, erklärt Hagemann und fügt hinzu: „Gott ist ohnehin immer da, wo Menschen zusammenkommen.“

Die großen Themen des Lebens hätten meistens einen Bezug zum Christlichen: „Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Was gibt mir Halt? Das sind Fragen, die die Menschen beschäftigen“, weiß der Pastoralreferent aus seiner Arbeit. So vermutet er, dass sich auch mit dem Thema des Abends viele Menschen identifizieren können: „Die Spannung zwischen Lust und Frust wird vielen bekannt vorkommen“, sagt Hagemann, „oft fühlt man sich auf der einen Seite wie in einem Hamsterrad gefangen, auf der anderen Seite wie eine Couchpotato, die seine Freizeit gerne auf dem Sofa verbringt.“

Im Gespräch mit einem Friseur und einem Klinik-Clown

Für den ersten „Königstalk“ haben die Verantwortlichen zwei Experten eingeladen, die Geschichten aus dem Leben erzählen können. Vielen Warendorfern bekannt ist Dieter Günnewig, der 43 Jahre lang einen Friseur- und Kosmetiksalon am Münsterwall führte. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes „für ehrenamtliches Engagement im berufsständigen Bereich und Brauchtumspflege“. Letztere liegt ihm besonders am Herzen: Seit vielen Jahren ist er im Karneval, im Bürgerschützenverein und im Förderverein der Freckenhorster Werkstätten aktiv.

Bewegende Geschichten kann auch Prof. Spaghetti alias Christoph Gilsbach erzählen, der zweite Gast des Abends. Der erfahrene Klinik-Clown arbeitet mit schwerst kranken Kindern und Jugendlichen im Uniklinikum Münster und in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Hamm, seit 2005 auch in verschiedenen geriatrischen und Pflegeeinrichtungen für Senioren. Lachen und Weinen hängen für den studierten Pantomimen unmittelbar zusammen.

Der „Königstalk“ am 23. Mai soll der Beginn einer Reihe sein. Für September ist ein zweiter Abend geplant.