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Die Verantwortung ist groß, aber das Dreier-Team vom Niederrhein hat die Herausforderung Pfarreileitung angenommen. Wie es funktioniert.
Der Anruf kam zur Mittagszeit: „Wir haben Wasser in der St.-Quirinus-Kirche!“ Dachte Pastoralreferentin Barbara Hemping-Bovenkerk zunächst, dass das Dach des Gotteshauses in Neukirchen-Vluyn undicht sein könnte.
Doch es wurde schnell klar, dass das Problem ernster ist. Eine Leitung außerhalb des Gebäudes war geborsten, das Wasser drückte von unten durch den Boden und in die Heizungsschächte. „Der Schaden ist erheblich, das Parkett muss ausgetauscht und die Heizung repariert werden. Wir werden die Kirche bis auf Weiteres nicht nutzen können“, sagt Barbara Hemping-Bovenkerk.
Ein Pastor unterstützt in Neukirchen-Vluyn
Der Wasserschaden ist die erste große Problemsituation, die das vor knapp einem halben Jahr ernannte Beauftragtenteam zu bewältigen hat. Neben Barbara Hemping-Bovenkerk leiten seither Irene Lappe und Veronika Tarnow anstelle eines Pfarrers die Geschicke der Pfarrei. Begleitet werden sie durch die Verwaltungsreferentin Yvonne Markwart und den Kamp-Lintforter Pfarrer Joachim Brune als sogenannter moderierender Priester.
Hintergrund für diese Leitungsform ist der allgemeine Priestermangel, durch den nicht mehr jede Pfarrei mit einem eigenen Pfarrer besetzt werden kann. Das Seelsorgeteam wird vor Ort durch Pastor Suneel Kumar Pasupula ergänzt.
Den Ehrenamtlichen wird viel zugemutet
„Ich fühle mich allerdings nicht wie eine Notlösung“, betont die ehemalige Chemielaborantin Irene Lappe, „ich engagiere mich seit mehr als 30 Jahren im Pfarreirat und unsere Gemeinde ist mir wichtig. Trotz des Priestermangels muss das Kirchenleben weitergehen. Zudem setzen wir als Laien in der Gemeindeleitung eine Tradition fort, die ihre Ursprünge bei den Ur-Christen hat“, betont sie. Veronika Tarnow, geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstands, nickt zustimmend: „Wir erleben insgesamt, dass die Laiinnen und Laien stärker in den Blick genommen werden und Verantwortung übernehmen“, sagt sie.
Dabei möchte sie nicht verschweigen, dass „die Amtskirche den Ehrenamtlichen da schon etwas zumutet“. Denn von den Leiterinnen werde viel Fachwissen verlangt, wenn sie etwa mit dem Bauausschuss beraten müssen, es um die Gemeindefinanzen oder Personalentscheidungen geht. „Die Entscheidung liegt letztlich bei den Gremien, unsere Aufgabe ist es, ihnen zuzuarbeiten“, erklärt Veronika Tarnow. Ihr kommt dabei zugute, dass sie mehr als 30 Jahre lang beim Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) beschäftigt war und gerade im Bereich Personal viel Wissen mitbringt. „Damit wäre man als Ehrenamtlicher ohne Vorkenntnisse womöglich schnell überfordert“, sagt sie.