Seit knapp drei Jahren sucht eine Pfarrgemeinde in Bocholt einen Käufer für ihre denkmalgeschützte Kirche. Jetzt könnte es eine Lösung geben.
Den passenden Käufer für eine sanierungsbedürftige Kirche zu finden, ist gar nicht leicht. Ist das Gebäude auch noch denkmalgeschützt, wird die Sache ungleich schwieriger. Das hat in den vergangenen knapp drei Jahren auch die Pfarrei St. Georg in Bocholt (Kreis Borken) erfahren. Schon 2023 hatte der Kirchenvorstand beschlossen, die Kirche St. Norbert zu veräußern. Jetzt scheint ein passender Interessent gefunden worden zu sein.
Profanierung 2026 geplant
Das Gebäude soll dem Verein Alte Molkerei als Ort für Begegnung und Kultur zur Verfügung gestellt werden. Das teilten Matthias Hembrock, leitender Pfarrer in St. Georg, und Jochen Hebing vom Vorstand der Alten Molkerei in einer gemeinsamen Presseerklärung mit, die auf der Homepage der Pfarrei veröffentlicht wurde. Die Kirche im Ortsteil Löverick werde „sehr wahrscheinlich“ an einen Investor verkauft, der sie dann dem Kulturort Alte Molkerei zur Verfügung stelle. „So bliebe die Kirche als Denkmal erhalten und öffnete sich für Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen“, heißt es in der Erklärung.
Der Verein Alte Molkerei ist ein Kulturbetrieb, der in Bocholt seit 2001 ehrenamtlich betrieben Musik-, Theater-, Comedy-, Kabarett- und sonstige Aufführungen anbietet. Die Profanierung der St.-Norbert-Kirche ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Im Inneren soll das Gebäude umgestaltet und für den Kulturbetrieb hergerichtet werden. Äußerlich bleibe die Kirche wegen des Denkmalschutzes unverändert. Ein Bocholter Architekturbüro prüfe aktuell die technische und kostenmäßige Machbarkeit.
Kita und Pfarrheim bleiben
Die in unmittelbarer Nähe der Kirche gelegene Kita St. Norbert und das Pfarrheim mitsamt Außengelände bleiben im Besitz der Pfarrei St. Georg. Auch das Gerburgisheim des Caritasverbandes und das ehemalige Pfarrhaus St. Norbert würden nicht angetastet. Die Kirche St. Norbert wurde vom Bocholter Architekt Wolfgang Schwartz entworfen und am 4. September 1965 geweiht.
„Die Pfarrei möchte die kommenden Schritte gemeinsam mit allen gehen, die sich mit der St.-Norbert-Kirche verbunden fühlen“, erklärt Pfarrer Matthias Hembrock. Ideen für die Gestaltung des Abschieds seien willkommen.