Neuer Bischofssitz womöglich 65 Kilometer weiter weg

Pfarrei will Kathedrale von Utrecht schließen – aus Geldnot

Der Kathedralsitz des niederländischen Erzbistums Utrecht muss womöglich aufgrund einer Fusion mehrerer Pfarreien verlegt werden. Eine Arbeitsgruppe der Pfarrei habe entschieden, dass die Katharinen-Kathedrale aus finanziellen Gründen geschlossen wird, berichtet die Zeitung „Nederlands Dagblad“. Die Kirche soll wie bereits der benachbarte Konvent zu einem Museum umgewandelt werden. Das Erzbistum Utrecht grenzt im Osten direkt an das Bistum Münster.

Willem Jacobus Eijk (Mitte) ist seit 2007 Erzbischof von Utrecht. 2012 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Kardinal. Unser Bild zeigt ihn bei einem Besuch 2011 im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer. | Foto: Jürgen Kappel

Die Arbeitsgruppe sucht laut Bericht einen neuen Bischofssitz (lat. „cathedra“) für den Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk. So werde etwa über die Augustinus-Kirche im Zentrum Utrechts oder die Aloysiuskirche am Stadtrand nachgedacht. Auch die Maria-Königin-Kirche im 65 Kilometer entfernten Apeldoorn steht zur Debatte. „Apeldoorn liegt viel zentraler im Bistum“, so der für die Bistumsfinanzen zuständige Pfarrer Hans Boogers.

Widerstand im Netz

In den Niederlanden gehören die meisten Bischofskirchen nicht den Diözesen, sondern Pfarreien, auf deren Gebiet sie stehen. Diese Pfarreien haben auch die Baulast. Der Diözesanbischof und der Vatikan müssen der Verlegung zustimmen. Eine Sprecherin von Kardinal Eijk sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Anfrage, der offizielle Vorschlag für einen neuen Bischofssitz sei bislang noch nicht eingegangen.

Im Internet regt sich Widerstand. Katholiken starteten eine Petition zum Erhalt der Katharinen-Kathedrale für das Erzbistum Utrecht. Bis Donnerstagmorgen hatten 516 Menschen unterzeichnet. In der Petition heißt es: „Der Utrechter Katholizismus ist noch nicht reif für ein Museum.“