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Tag der Verliebten wird stattfinden, aber anders

Pfarreien machen ihre Valentinstags-Angebote Corona-konform

  • Der Valentinstag findet in vielen Pfarrgemeinden auch in Corona-Zeiten statt, wird aber an die Hygiene- und Abstandsregeln angepasst.
  • Vor allem der Ausfall der Einzelsegnungen schmerzt die Beteiligten.
  • Dafür gibt es Sekt und Präsente, um die Gottesdienste daheim nachklingen zu lassen.
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Die Kirche hat die Liebe in den vergangenen Jahren noch einmal neu entdeckt: Rund um den Valentinstag, dem Tag der Verliebten, sind in vielen Pfarrgemeinden Angebote für Paare entstanden. Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und Feste gehören dazu. Wie ist das aber im Jahr von Corona? Ist der Tag so wichtig geworden, dass trotz aller Pandemie-Maßnahmen etwas stattfindet? Wird auch hier nach Alternativen gesucht?

Dort, wo sich Angebote etabliert haben, will man auch unter den derzeitigen Voraussetzungen oft nicht darauf verzichten. Das zeigt den Stellenwert, den dieser Tag in den Pfarrgemeinden mittlerweile hat. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt etwa Kaplan Joachim Brune aus der St.-Pankratius-Gemeinde in Emsdetten. „Auch weil er eine außergewöhnliche Kontaktmöglichkeit zu den Menschen ist.“  

Wortgottesdienst ohne Einzelsegnung

Es wird wieder einen Wortgottesdienst geben, nur ein Drittel der Kirche wird besetzt sein, auf die Einzelsegnung muss in diesem Jahr verzichtet werden. In den Kirchenbänken werden dann kleine Herzen aus Schiefer sowie Kreidestücke liegen. „Die Paare dürfen Wünsche für andere Menschen aufschreiben“, sagt Brune. Die Idee: „Die Herzen bleiben in der Bank liegen und sollen jene Menschen erreichen, die keinen Partner haben.“ In Corona-Zeiten eine schöne Idee gegen Vereinsamung.

Auch beim schon traditionellen „Gottesdienst für Liebende“ in Dinslaken muss auf den Einzelsegen verzichtet werden. „Das schmerzt“, sagt Pastor Thomas Berger aus der Pfarrgemeinde St. Vincentius. „Ich freue mich sonst auf diesen direkten Kontakt mit den Paaren.“ Eingeladen sind auch die Hochzeitspaare des vergangenen Jahres und der anstehenden Termine sowie Jubiläumspaare. Die Anmeldung ist bereits abgeschlossen, 32 Paare werden kommen, die Kirche ist damit zu einem Viertel gefüllt.

Kritik aus den eigenen Reihen

Auch wenn alle Abstands- und Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden, Kritik an dem Wortgottesdienst gab es durchaus, auch aus den Pfarrei-Gremien. „Wie kann so ein Event-Gottesdienst in der derzeitigen Pandemie-Situation angeboten werden“, fasst Berger die Anfragen zusammen. Er hat ein zentrales Gegenargument: „Der Gottesdienst ersetzt einen normalen Sonntagsgottesdienst.“ Die Kontaktfläche wird damit nicht vergrößert.

Das Festhalten an dem Angebot zeigt, wie wichtig es dem Seelsorge-Team ist, jetzt auch Liebespaare in den Blick zu nehmen. „Sie sind im Lockdown ebenfalls auf sich und ihren engsten Kreis zurückgeworfen“, sagt Berger. „Wenn sie den Tag schon nicht anderswo feiern und genießen können, sollen sie zumindest eine besinnliche Stunde in der Kirche nur für sich und ihre Gedanken haben.“ Und mit Geschenken nach Hause gehen können: In den Bänken werden Tüten mit kleinen Präsenten stehen. Ein Piccolo wird dabei sein. „Dann können sie daheim weiterfeiern.“

Duftcreme und Sekt

Sekt gibt es auch vom Projekt „frei.raum.liebe“ in Coesfeld, und zwar in einer Tüte mit vielen weiteren kleinen Präsenten: Karten mit Anstößen zum Gespräch, eine Duftcreme und ein Segen, der einander zugesprochen werden kann. Abholen können sich die Liebespaare dieses Valentins-Geschenk aus dem Büro der Pastoralreferentinnen und -referenten von St. Lamberti. Es ist ein Ersatz für das Treffen im Paradies der St.-Jakobi-Kirche, zu dem in Jahren ohne Corona das Projekt „frei.raum.coesfeld“ und die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) einladen. Die Organisatoren hoffen, dass es auch über diesen Weg gelingt, die Paare zu animieren, sich etwas Gutes zu tun.

Das können sie sich auch in Oelde. Der klassische ökumenische Gottesdienst zum Valentinstag muss zwar ausfallen, dafür wurde aber die Idee der offenen Kirchen an den Sonntagen während der Corona-Einschränkungen weiterentwickelt. Am 14. Februar werden die Türen von St. Johannes mit einem besonderen Angebot geöffnet. Neben Lichtinstallationen und Musik wird es für die Besucher einige Stationen geben: Trausprüche können wie Lose gezogen werden, Liebessprüche aufgehängt werden und sogar der Einzelsegen für die Paare ist möglich. „Natürlich mit ausreichend Abstand und Mund-Nasenschutz“, sagt Kaplan Niklas Belting. „Corona-konform, aber nicht weniger herzlich.“

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