Kaum 14- und 15-Jährige gehen wählen

Pfarreiratswahl: Briefwahl lässt Beteiligung leicht steigen

Die Beteiligung an den Pfarreiratswahlen im Bistum Münster ist leicht gestiegen. Auf Basis der Ergebnisse aus allen Kreisdekanaten im Münsterland – ohne Münster – und am Niederrhein geht das Bischöfliche Generalvikariat von etwa neun Prozent Wahlbeteiligung aus. Dafür verantwortlich seien vor allem „die 34 Pfarreien, in denen es eine allgemeine Briefwahl gab“, sagte Ise Kamp, Wahl-Verantwortliche im Generalvikariat, auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. 2013 hatten 7,1 Prozent der Katholiken abgestimmt, 2009 waren es 10,3 Prozent.

Die Ergebnisse der Briefwahl-Pfarreien gleichen die ansonsten weiter rückläufige Beteiligung aus. Nach dem Eindruck von Ise Kamp sanken die Zahlen bei der Urnenwahl mit wenigen Ausnahmen. In einzelnen Pfarreien im Kreisdekanat Recklinghausen zum Beispiel hätten nur gut drei Prozent der Katholiken gewählt.

Erste Zahlen im Überblick

Am Montagabend lagen Zahlen zur Wahlbeteiligung für den nordrhein-westfälischen Bistumsteil mit Ausnahme Münsters vor. Demnach gingen in den Kreisdekanaten zur Wahl:

  • Borken 9,55 Prozent der Katholiken,
  • Coesfeld 11,01 Prozent,
  • Kleve 8,48 Prozent,
  • Recklinghausen 5,6 Prozent,
  • Steinfurt 12,98 Prozent,
  • Warendorf 8,74 Prozent und
  • Wesel 6,45 Prozent.

UPDATE: Oldenburger Land und Münster
Im niedersächsischen Teil des Bistums gingen 10,56 Prozent der Katholiken zur Wahl, im Stadtdekanat Münster 6,29 Prozent.

In Pfarreien mit allgemeiner Briefwahl wurden die Unterlagen sämtlichen Wahlberechtigten zugestellt. Den Postvertrieb bezahlte die jeweilige Pfarrei; alternativ organisierte sie die Verteilung durch Ehrenamtliche. Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung war die Briefwahl-Pfarrei St. Ansgar Barßel im Oldenburger Land mit 37,9 Prozent.

Vervielfachung durch Briefwahl

Auch in weiteren Briefwahl-Pfarreien stieg die Beteiligung stark. St. Brictius Schöppingen meldete 33,9 Prozent, Heilig Kreuz Ibbenbüren 32,5 Prozent, St. Johannes Baptist Garrel im Oldenburger Land 25,7 Prozent. In St. Martinus Gocherland vervielfachte sich die Beteiligung von etwa sechs auf 26,3 Prozent, in Sonsbeck am Niederrhein von 6,6 auf 25 Prozent.

Nicht nur positiv wirkte sich der Umstand aus, dass erstmals auch 14- und 15-Jährige wählen durften. In St. Georg Vreden machten nach Angaben des Wahlvorstands „keine zwei Dutzend“ Jugendliche dieses Alters vom Wahlrecht Gebrauch. In St. Clemens Telgte seien laut Generalvikariat nur vier Jugendliche im Alter von 14 oder 15 Jahren wählen gegangen.

So geringe Zahlen haben auch negative Folgen für die Wahlbeteiligung insgesamt, da die Jugendlichen die Zahl der Wahlberechtigten hatten steigen lassen. Ise Kamp berichtete gleichwohl von Pfarreien, denen es gelungen sei, Erstwähler zu mobilisieren. So seien in Beckum von 700 Wählern 267 unter 16 Jahre alt gewesen. In Everswinkel, wo mit einer Urnenwahl 14 Prozent Beteiligung erreicht wurde, war jeder vierte Wähler Erstwähler. Nicht nur in diesen Pfarreien sei das Ziel erreicht worden, den Jugendlichen zu signalisieren, „dass sie ernst genommen werden und deswegen auch wählen dürfen“, sagte Ise Kamp.