1.500 Gläubige im Bistum Münster

Pfarrer Frankline Anyanwu ist neuer Leiter der afrikanischen Gemeinde

Laute Trommelschläge erfüllen das Kirchenschiff von St. Pius in Münster. Frauen in bunten Gewändern tanzen zum Rhythmus der Musik, singen in einer fremden Sprache.  Mit einem festlichen und lebendigen Gottesdienst wurde Pfarrer Frankline Anyanwu am Sonntag sein neues Amt als Leiter der afrikanischen Gemeinde im Bistum Münster eingeführt. Anyanwu tritt die Nachfolge von Pfarrer Sylvester Ihuoma an, der eine neue Aufgabe in Basel in der Schweiz übernommen hat.

Pfarrer Frankline Anyanwu.
Franz-Thomas Sonka vom Bistum Münster (rechts) sowie Kinder aus der Gemeinde begrüßten Pfarrer Frankline Anyanwu. | Foto: Jürgen Flatken (pbm)

„Wir müssen singen“, wandte sich der 39-Jährige an die Messbesucher und stimmte ein Loblied auf Jesus an. Ein ungewöhnlicher Predigteinstieg, doch die Gemeinde überraschte dies nicht. Sie sang spontan mit, die Trommeln nahmen den Takt auf und eine Welle der Begeisterung erfasste den Kirchenraum.

Anyanwu: Eine Familie in Jesus

„Ich möchte euch kein Programm vorsetzen“, erklärte Anyanwu in seiner Predigt. „Es braucht Zeit, gemeinsam Gemeinde zu werden. Lasst uns schauen, was auf uns zukommt. Wir sind ein Teil des Gebäudes, dessen Eckstein Jesus selber ist. In Jesus sind wir eine Familie. Ich bin zu euch gekommen, das Wort Gottes zu verkünden.“ Ein zustimmendes Raunen und Amen-Rufe bestätigen seine Aussagen und seine Hoffnungen auf eine lebendige Gemeinde.

Seit 15 Jahren gibt es die afrikanische Gemeinde im Bistum Münster. „Die Zahl der Christen, die aus Afrika zu uns ins Bistum kommen, steigt“, erklärte Franz-Thomas Sonka, Leiter des Referats Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprachen im Bistum am Ende des Gottesdienstes. Er hatte zu Beginn Glück- und Segenswünsche von Bischof Felix Genn für die Leitung der afrikanischen Gemeinden in Münster und Hamm übermittelt. Rund  1.500 Gläubige gehören nach Auskunft der Bischöflichen Pressestelle Münster dazu.

Wunsch nach Zusammenhalt

Afrikaner hätten eine besondere Art, ihren Glauben und ihre Spiritualität zum Ausdruck zu bringen. Deshalb sei es wichtig, dass sie einen eigenen Ort hätten, um ihren Glauben zu leben. „Dabei geht es nicht nur um die Sprache, sondern auch darum, wie geglaubt wird, nämlich mit ganzem Körpereinsatz“, sagte er. Auf dem afrikanischen Kontinent gebe es eine Vielfalt an unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, „die jetzt hier miteinander zurechtkommen müssen.“ Sonka hoffte, dass Anyanwu die Gemeinde zusammenhalte und weiter zur Integration beitrage.

Pfarrer Anyanwu wurde 2008 in Ahiara zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Aufgaben und Einsätzen als Schulseelsorger und in Pfarreien seines Heimatbistums in Nigeria kam er vor fünf Jahren ins Bistum Münster. Nachdem er seinen Deutschkurs in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln-Dingden abgeschlossen hatte, wurde er 2014 in der Pfarrei St. Margareta in Wadersloh als Pastor eingesetzt.