Gemeinsamer Gottesdienst am Pfingstmontag

Pfingstgemeinde kauft St.-Ludger-Kirche in Lüdinghausen

Die Verhandlungen zwischen der evangelisch-freikirchlichen Christengemeinde „Gottes Wort“ und der Pfarrei St. Felizitas in Lüdinghausen über den Verkauf der St.-Ludger-Kirche sind so konkret geworden, dass eine Übergabe schon zum Pfingstfest möglich ist.

In einem von Gemeindeversammlungen und Klausurtagungen geprägten längeren Prozess haben sich die pfarrlichen Gremien 2012 in einem Immobilienkonzept darauf geeinigt, den Standort an der Pfarrkirche St. Felizitas zu stärken und für den Standort der Filialkirche St. Ludger nach guten Folgenutzungen Ausschau zu halten.

Diskussion um Kirchenumnutzung

Auch in den Gemeindeversammlungen – besonders im ehemaligen St.-Ludger-Gebiet – wurde diese Frage immer wieder diskutiert. Spätestens 2018 sollte gemäß dem mit dem Bistum abgestimmten Immobilienkonzept feststehen, wie die St.-Ludger-Kirche künftig genutzt werden soll.

Anfang 2016 hat sich dann die Chance ergeben, mit dem Verkauf des Pfarrheims St. Ludger dem Caritasverband im Kreis Coesfeld die Möglichkeit zu eröffnen, seine Beratungsdienste in Lüdinghausen in einem „Caritas-Haus“ zusammenzufassen. Zurzeit laufen die Bauarbeiten für dieses Haus. Mit einer Eröffnung ist im Herbst dieses Jahres zu rechnen.

Gute Kontakte zur Pfingstgemeinde

Die direkte Folge war allerdings, dass die Christengemeinde „Gottes Wort“, die sich seit Anfang 2014 im Pfarrheim St. Ludger traf, ihren neu gegründeten Standort verlor und nach neuen Räumlichkeiten suchen musste. Die Christengemeinde gehört dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden an. Im Sommer 2016 zeigte sich ein ernsthaftes Interesse an der Übernahme der St.-Ludger-Kirche durch die Christengemeinde.

„Für viele Menschen, die der ehemaligen Gemeinde St. Ludger angehörten, ist es ein großer Trost zu sehen, dass die St.-Ludger-Kirche weiter als Gebetsort erhalten bleibt, auch wenn natürlich weitreichende Änderungen im Inneren der Kirche anstehen“, sagt Pfarrer Benedikt Elshoff.

Weiterhin katholische Gottesdienste

Teil des Vertrags mit der Christengemeinde ist die Möglichkeit einer kostenfreien Mitnutzung der Kirche durch die katholische Pfarrei in den kommenden zehn Jahren. Insbesondere ist an Schulgottesdienste und ökumenische Gottesdienste gedacht.

Ein eigener Ausschuss hat einen Plan zum Abschied und zur Übergabe der Kirche gemacht: Am Pfingstsonntag, 4. Juni, wird um 10 Uhr unter Mitgestaltung des Kirchenchores St. Ludger das Hochfest Pfingsten in der St.-Ludger-Kirche gefeiert. Dies wird die letzte Eucharistiefeier im gewohnten und unveränderten Kirchenraum sein.

Am Abend des Pfingstsonntages um 18 Uhr wird anstelle einer feierlichen Vesper in St. Felizitas eine Andacht zur Verabschiedung vom bisherigen Kirchenraum in St. Ludger sein. Die Orte des Gebets in der Kirche sollen gewürdigt werden. Die Altar-Reliquien werden gehoben, der Tabernakel wird geleert und das Ewige Licht gelöscht. Die Profanierung selbst ist ein juristischer Akt, der durch den Bischof erfolgt. Die konkreten Zeichen sind lediglich Folge dieses Aktes. „Durch die Trennung der Profanierungszeichen vom feierlichen Pfingsthochamt wird den Gläubigen die Entscheidung ermöglicht, auf welche Weise sie vom bisherigen Kirchenraum Abschied nehmen möchten“, erläutert Elshoff.

Übergabe am Tag der Ökumene

Der Pfingstmontag – traditionell der Tag der Ökumene – ist dann der Tag des Neuanfangs und der Übergabe der Kirche an die Christengemeinde. Um 11.30 Uhr wird wie in den vergangenen Jahren auch ein ökumenischer Gottesdienst in Gemeinschaft mit der Christengemeinde, der Neuapostolischen Gemeinde und der evangelischen Gemeinde gefeiert. Weihbischof Dieter Geerlings hat sein Kommen zugesagt.

„Dieser Gottesdienst wird einen deutlichen Impuls für ein Leben in christlicher Verbundenheit in Lüdinghausen setzen“, sagt Elshoff. Symbolisch würde dann die Schlüsselübergabe ausgehändigt.