Anzeige
Bei der Betreuung fehlen Beschäftigte. Lange und komplizierte Verfahren erschwerten ihre Anwerbung, so ein Fachverband im Deutschen Caritasverband.
Die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland ist aus Sicht von Pflegeeinrichtungen und -diensten aufgrund langwieriger Verfahren in Behörden zu kompliziert. Für die gesuchten internationalen Fachkräfte bedeuteten Verzögerungen bei der Visa-Vergabe oder der Anerkennung von Berufsabschlüssen mitunter monatelange Unsicherheit, teilte der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland mit. Stellen blieben trotz erfolgreicher Anwerbung unbesetzt.
Dabei seien internationale Beschäftigte längst Teil der Pflege in Deutschland. Fast jede vierte Pflegekraft in der ambulanten und stationären Pflege habe eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche. „Deutschland braucht Pflegekräfte aus der ganzen Welt und stellt ihnen gleichzeitig die eigene Bürokratie in den Weg“, kritisierte Verbandsgeschäftsführer Andreas Wedeking. „Mit solchen Verfahren machen wir Deutschland im Wettbewerb um Pflegekräfte unattraktiver.“
Bearbeitungsfrist von drei Wochen gefordert
Der Verband fordert daher transparentere, einfachere und schnellere Verfahren. Im beschleunigten Fachkräfteverfahren solle für die Vorabzustimmung der Ausländerbehörden eine verbindliche Bearbeitungsfrist von drei Wochen gelten. Bei der Anerkennung im Ausland erworbener Pflegeabschlüsse sei eine bundesweit gültige Liste nötig, die ausweise, welche Abschlüsse bereits als gleichwertig anerkannt wurden und wo noch eine Anpassung erforderlich ist. Zudem müsse zügig die geplante Work-and-Stay-Agentur aufgebaut werden.
Ob internationale Pflegekräfte, wenn sie die bestehenden Hürden für eine Arbeitsaufnahme nehmen, dann auch eine langfristige Perspektive in Deutschland entwickeln, hänge von vielen Faktoren ab: So brauche es Sprachförderung und Begleitung ebenso wie soziale Integration.