343. Auflage der Fußwallfahrt

Pilger aus Werne laufen 33 Kilometer zu Maria nach Werl

Nur kurz muss Gregor A. Zumholz nachdenken über die Frage, wie oft er bei der traditionsreichen Fußwallfahrt von Werne nach Werl gefehlt habe. „Nur wenige Wallfahrten habe ich verpasst“, sagt der 69-Jährige. Schon als kleiner Junge habe ihn der Vater auf der 33 Kilometer langen Strecke mitgenommen. Auch der Rückweg einen Tag später, ob im Planwagen oder zu Fuß, sei für ihn bereits in der Kindheit zu einem beeindruckenden Ereignis geworden.

Heute macht der frühere Rektor einer Grundschule in Werne Werbung für die 343. Wallfahrt, die am 24. August startet. Rund 250 Werner werden sich auf den Weg machen, die Strecke zurückgehen werden schätzungsweise 150 Gläubige. „Es wird viel gesungen, gebetet, aber auch viel miteinander gesprochen“, sagt Zumholz.

„Auch evangelische Christen sind dabei“

Die Wege durch die schöne Natur abseits der Autostraßen seien eine gute Motivation, durchzuhalten. Jeder habe ein Pilgerbuch mit den Liedern und Gebeten dabei. Wer möchte, kann sich einen Pilgerstempel ins Buch eintragen lassen.

„Wir kennen uns fast alle. Auch evangelische Christen sind dabei, manchmal auch der evangelische Pfarrer“, sagt Zumholz. Auch Ausgetretene kämen mit, „weil Kirche hier auf andere Weise erlebt wird“, wie der Engagierte sagt. In diesem Jahr wieder mit dabei ist Weihbischof em. Dieter Geerlings, der sich schon öfter in die Fußpilgergruppe einreihte.

Das Gnadenbild von Werl

Ziel der Pilgergruppe ist das Gnadenbild der Muttergottes in Werl. Empfangen werden sie von den dortigen Franziskanern – in diesem Jahr von ihnen zum letzten Mal, denn nach 170 Jahren werden die Franziskaner im September Werl verlassen. Vor zwei Jahren hat das Erzbistum Paderborn das Gebäude und das Gelände des Franziskanerklosters in Werl gekauft. Mit dem Erwerb soll die traditionsreiche Marienwallfahrt nach Werl samt der Wallfahrts-Seelsorge in eine gute Zukunft geführt werden. „So können wir die Tradition fortsetzen. Darüber sind wir sehr froh“, sagt Zumholz.

Vorbereitet wird die Wallfahrt von einer Gruppe Ehrenamtlicher. Heinz Abdinghoff hatte die Leitung der Fußwallfahrt 1988 übernommen und diese vor wenigen Wochen an Christian Schwenninger abgegeben. Ein schönes Zeichen sei es gewesen, dass auch Weihbischof Geerlings zur Verabschiedung gekommen sei, sagt Zumholz.

Zur Verabschiedung von Heinz Abdinghoff (4. von links) und Übergabe der Wallfahrtsleitung an Christian Schwenninger (2. von links) kamen auch Weihbischof em. Dieter Geerlings (3. von rechts) und Bürgermeister Lothar Christ (2. von rechts). Guardian Pater RZur Verabschiedung von Heinz Abdinghoff (4. von links) und Übergabe der Wallfahrtsleitung an Christian Schwenninger (2. von links) kamen auch Weihbischof em. Dieter Geerlings (3. von rechts) und Bürgermeister Lothar Christ (2. von rechts). Guardian Pater Romuald (rechts) begrüßte die Gäste als Vertreter des Klosters. | Foto: pbm

Das Wallfahrtswochenende beginnt bereits am Freitag, 23. August, mit einer Vorabendmesse zur Wallfahrt für alle lebenden und verstorbenen Pilger. Am Samstagmorgen, 24. August, geht es nach einer kurzen Andacht zum Aufbruch in der Klosterkirche um 6 Uhr los.

Zweimal Rast unterwegs

Auf dem Fußweg wird zweimal Rast eingelegt: um 8 Uhr in der Bürgerhalle in Pelkum und um 11 Uhr an der Drechener Kirche beim Schützenverein Osterflierich. Die Ankunft in Werl und der Empfang durch den Wallfahrtsleiter in Werl sind um 14.15 Uhr, der Einzug in die Wallfahrtsbasilika ist gegen 14.30 Uhr.

Die Pilgerandacht ist am Samstagabend um 20 Uhr. Nach der Andacht schließt sich die Lichterprozession durch den Klostergarten an.

Rückweg am Sonntag

Der Wallfahrtssonntag beginnt um 7.30 Uhr mit dem Kreuzweg im Klosterhof. Anschließend feiern die Pilger um 8.30 Uhr das Pilgerhochamt in der Basilika. Um 12 Uhr ist der Auszug aus der Basilika zum Rückweg nach Werne. Die Pilger werden dann um 20 Uhr wieder in der Klosterkirche erwartet.

Auf die Tage freut sich Zumholz. Er ist verantwortlich für die musikalische Gestaltung der Wallfahrt und stimmt die Lieder gemeinsam mit dem Klosterchor an. Dem Chor gehört er bereits seit 1974 an, und seit Jahrzehnten ist er Organist in der Werner Klosterkirche.