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Nachbarschaftstreff in Marl-Hamm lockt bis zu 500 Besucher

Pils vom Fass, Franziskanerin am Grill: Zu Gast im katholischen Biergarten

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Gestartet ist die Biergarten-Saison der Pfarrei St. Franziskus in Marl. Mittendrin Schwester Aloysiana, die den beliebten Treffpunkt vor mehr als 20 Jahren an der St.-Barbara-Kirche ins Leben rief. Wenn´s gut läuft, kommen bald wieder mehr als 500 Besucherinnen und Besucher.

Alle Hände voll zu tun hat Schwester Aloysiana. Die Mauritzer Franziskanerin steht in Ordenstracht an einem großen Grill. Frikadellen, Bratwürste und Nackensteaks warten auf Kunden, die geduldig der Schwester dabei zusehen, wie sie gekonnt das Grillgut auf die richtige Temperatur bringt. An diesem Abend hilft Pastor Florian Budau mit, das Fleisch schmackhaft an Frau oder Mann zu bringen. „250 Würstchen gehen heute über den Ladentisch“, schätzt Schwester Aloysiana.

Sie hat wie kaum eine andere ein gutes Gespür dafür, wie der Abend im Biergarten St. Franziskus im Schatten der Kirche St. Barbara in Marl verläuft. „Die meisten, die kommen, kenne ich. Ich lebe seit 26 Jahren im Marler Stadtteil Hamm. Nun freue ich mich, dass die Biergarten-Saison nach langer Pause wieder anfangen kann“, sagt die Ordensschwester, zwischendurch fragend, wer denn von den wartenden Kundinnen und Kunden am Grillstand noch eine Portion Nudel-, Kartoffel- oder Krautsalat möchte.

Beliebter Nachbarschaftstreff in Marl-Hamm

Der sommerliche Abend lockt wieder viele Marler in den Biergarten. Dieser ist ein Angebot der Pfarrei St. Franziskus. Der Biergarten ist so etwas wie eine Institution in Marl, im Stadtteil Hamm sowieso. Jahr für Jahr seit mehr als 20 Jahren ist er in den Sommermonaten jeden Mittwoch von 18 bis 22 Uhr geöffnet. Bis zu 500 Besucherinnen und Besucher finden dort einen Platz, ein kühles Bierchen vom Fass, viele andere Getränke und die beliebte Wurst vom Grill. Das alles zu günstigen Preisen.

Vor allem aber ist der Biergarten ein beliebter Nachbarschaftstreff im Schatten der Kirche. Wer Schwester Aloysiana sieht, weiß, womit er es zu tun hat. „Hier ist katholische Kirche aktiv“, sagt Pastoralreferent Wilhelm Heek und fügt hinzu: „Unser Biergarten läuft seit Beginn an gut. Angefangen als überschaubarer Gemeindetreff kommen hoffentlich bald nach den Corona-Beschränkungen wieder viele zu uns.“

Freude über das Zusammensein

Nicht alle Biergarten-Besucher fänden sonntags den Weg in die Barbara-Kirche, sagt der Pastoralreferent, aber alle, die kämen, wüssten: „Das ist eine Aktion der Kirche.“ Und viele kommen an diesem Abend wieder. Nach den Corona-Kontaktbeschränkungen ist das Bedürfnis groß, wieder mit den Nachbarn oder den Bekannten im Stadtteil zu sprechen. An diesem Abend besteht noch Maskenpflicht im Eingangsbereich und auf dem Platz, an den Tischen wird viel über die vergangenen Monate gesprochen, über Impfstoffe, Arzttermine und das persönliche Befinden.

„Endlich geht’s wieder los“, sagt Schwester Aloysiana. Die 83-Jährige ist die gute Seele des Stadtteils. Jeder und jede kennt sie. Wenn eine Umfrage über die bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt Marl gemacht würde, sie stände ganz weit oben.

Erlös für karitative Projekte

„Vor 26 Jahren hatten wir im Stadtteil Hamm vier Mauritzer Franziskanerinnen. Jetzt bin ich die einzige Ordensschwester hier“, sagt die aus Recke-Steinbeck im nördlichen Münsterland stammende Ordensfrau, die wie eh und je für den Einkauf der Leckereien am Grill zuständig ist und an jedem Abend die Einnahmen genau zählt.

Denn der Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken – in den Jahren vor der Corona-Pandemie waren es etwa 20.000 Euro jährlich – geht an Projekte in der Einen Welt, zum Beispiel für eine Ordensfrau in Indien, und an soziale Aktivitäten rund um St. Barbara. „Aus dem Erlös wird unter anderem unser Bulli finanziert, mit dem wir Freizeit-Aktivitäten unternehmen“, sagt Pastoralreferent Heek.

Zusammenhalt im Marler Stadtteil Hamm unterstützen

Der lauschige Abend im Biergarten St. Franziskus wäre nicht möglich ohne die vielen freiwillig Engagierten aus den Vereinen, Parteien und anderen Gruppen des Stadtteils. Dazu gehört Gemeinde-Mitarbeiterin Heike Riediger. „Wir möchten den Zusammenhalt im Stadtteil unterstützen. Wir haben einen festen Stamm von Helferinnen und Helfern“, sagt Riediger und hofft, dass das Werk von Schwester Aloysiana noch lange Bestand hat: „Die gute Atmosphäre an den sommerlichen Abenden zeigt uns, dass wir richtig liegen.“ Gelegentlich sorgten Kleinkünstler für Unterhaltung.

Für Pastoralreferent Heek ist klar: „Wie gesagt: In der Kirche sonntags sehe ich nur wenige von denen, die heute hier sind. Aber alle wissen: Ohne St. Barbara würde uns ganz viel fehlen.“

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