TRADITIONALISTEN

Piusbruder: Es gibt kein Schisma, sondern einen „Schaden für die Kirche“

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Die Piusbrüder sind exkommuniziert. Ein hoher Vertreter aber sagt, man wolle sich nicht trennen. Wie er die Lage sieht.

Von KNA, jjo

Die Piusbrüder in Stuttgart sehen das Vorgehen des Vatikans gegen die traditionalistische Bruderschaft als „sehr bedauerlich“ an. „Das ist ein großer Schaden für die Kirche“, findet Pater Franz Schmidberger, Prior von St. Athanasius Stuttgart.

Dadurch würden „wohl neue Leute ferngehalten, an unseren Gottesdiensten teilzunehmen“, sagt der ehemalige Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Gläubigen, die bisher zu den Messen der Piusbrüder kamen, blieben aber „im Wesentlichen“ standhaft, nimmt Schmidberger an.

Weihe gegen Papst-Willen wird als richtig angesehen

In Stuttgart gibt es nach seinen Angaben an Sonntagen drei Gottesdienste der Piusbrüder, zu denen insgesamt zwischen 250 und 300 Besucher kämen. An Werktagen seien es zwischen 20 und 50. In Stuttgart sei sicher nur eine „verschwindende Minderheit“ der Gemeinschaft der Meinung, dass die Piusbruderschaft nicht gegen den ausdrücklichen Willen von Leo XIV. hätte Bischöfe weihen sollen.

Der Vatikan bestätigte zunächst die Exkommunikation jener sechs Männer, die an der vom Papst verbotenen Bischofsweihe beteiligt waren. Da die Weihe laut Kirchenrecht einen spalterischen, schismatischen Akt darstellt, folgte der Kirchenausschluss automatisch.

Papst hat sich angeblich "sehr wenig" gekümmert

Das Glaubensdikasterium erklärte inzwischen, sämtliche Geistliche der Bruderschaft seien exkommuniziert. Auch legte es fest, was sie tun und erklären müssen, um wieder in die Kirche aufgenommen zu werden.

Mit Blick auf Leo XIV. sagt Schmidberger: „Was ich sehr bedauere, ist die Tatsache, dass er sich der Sache im Vorfeld sehr wenig angenommen hat.“ Ab Februar habe der Papst gewusst, „dass wir uns mit dem Gedanken tragen, Bischöfe zu weihen, weil das lebensnotwendig ist für die ganze Tradition, für die Gläubigen und die Sakramente".

Pisubruder hofft auf „Normalisierung"

Die Piusbrüder hätten „mehrfach um ein klärendes Gespräch nachgesucht“, gibt Schmidberger an. Doch von Seiten des Papstes sei wenig geschehen. Der Piusbruder betont zugleich: „Wir beten für den Papst, wir halten uns an den Papst.“ Man wolle sich nicht von Rom trennen.

Es sei nun wichtig, „nicht einen Geist der Bitterkeit zu pflegen“. Als Erzbischof Marcel Lefebvre 1988 vier Priester der Piusbruderschaft zu Bischöfen geweiht habe, habe sich das Verhältnis nach und nach „normalisiert“, sagt Schmidberger. Das nehme man jetzt auch an.

Piusbruder: „Haben immer Papst anerkannt"

„Von unserer Seite aus ist keine Rede von einem Schisma“, betont er: „Wir haben uns nie von der Kirche trennen wollen. Wir wollen uns nie von Rom trennen, nie vom Papst trennen. Und wir haben immer den Papst anerkannt.“

Die Piusbrüder lehnen jedoch entscheidende Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab. Sie zu akzeptieren, zählt zu den verbindlichen Vorgaben der Glaubensbehörde für eine Rückkehr in die katholische Kirche.

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