TRADITIONALISTEN

Piusbrüder: So sieht Erzbischof Gänswein den Ausschluss

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In rechtskatholischen Kreisen fragen manche, warum der Vatikan bei den Piusbrüdern so streng sei. Gänswein zieht jedoch eine Grenze überschritten.

Von KNA

Der ehemalige Privatsekretär von Papst Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, hat den Ausschluss der traditionalistischen Piusbrüder aus der katholischen Kirche verteidigt. „Wer ohne das päpstliche Mandat Bischöfe weiht, zieht sich automatisch die Exkommunikation zu“, sagte der gebürtige Südbadener in einem am Sonntag, 5. Juli, verbreiteten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Exkommunikation sei eine Beugestrafe, die zur Einsicht und Umkehr führen solle. „Wenn jemand erkennt, dass er einen schweren Fehler begangen hat, und glaubwürdig umkehrt, hat er ein Recht darauf, dass die Exkommunikation aufgehoben wird“, betonte Gänswein. „Tätige Reue und Umkehr sind nötig. Aber davon ist im vorliegenden Fall keine Rede.“

2009 sei das anders gewesen. Damals hatte Papst Benedikt XVI. den Kirchenausschluss von vier Pius-Bischöfen aufgehoben. Sie „hatten Reue und Umkehr gezeigt und um Aufhebung der Exkommunikation gebeten“.

Piusbrüder lehnen zentrale Kirchenreformen ab

Die Piusbrüder lehnen zentrale Kirchenreformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Sie sind gegen die Anerkennung der Religionsfreiheit und des ökumenischen Dialogs mit anderen Kirchen. Zudem beharren sie auf alten Formen des Gottesdienstes. Am vergangenen Mittwoch, 1. Juli, wurden in der Schweiz vier neue Bischöfe der Gemeinschaft geweiht.

Gänswein ist seit 2024 Apostolischer Nuntius in Litauen, Estland und Lettland mit Dienstsitz in Vilnius. Zuvor war er Privatsekretär des deutschen Papstes Benedikt XVI. bis zu dessen Tod 2022. Am 30. Juli wird Gänswein 70 Jahre alt.

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