POLITIK

Katholische Verbände: Rente braucht umfassendere Reform

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Familienbund, Kolping und die Landvolkbewegung halten wenig von den Plänen der Bundesregierung. Was sie stattdessen vorschlagen.

Von KNA

Mehrere katholische Verbände fordern die Politik auf, eine umfassende Reform der Rente vorzulegen. Das Rentenpaket der Bundesregierung trage kaum dazu bei, die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfest aufzustellen, teilen die Verbände mit.

Es brauche eine generationengerechtere Reform der Altersversicherung, so der Familienbund der Katholiken, das Kolpingwerk Deutschland und die Katholische Landvolkbewegung Deutschland. Sie äußerten sich mit Blick auf die Erste Lesung eines Rentenpakets im Bundestag.

Was die Verbände wollen

„Ohne Mut zur Entscheidung werden wir nicht weiterkommen, jetzt müssen die Segel wirklich neu ausgerichtet werden“, so die Verbände weiter. Das Finanzierungsproblem der Rente könne nicht geleugnet werden. „Es reicht nicht, immer nur zu debattieren - es müssen endlich Taten folgen.“

Die katholischen Verbände wollen unter anderem die Einführung einer solidarischen, steuerfinanzierten Mindestrente im Alter und eine stärkere Berücksichtigung der gesellschaftlich gewünschten Sorgearbeit. Zusätzlich sollte die Rente zu einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt werden.

Sozialministerin verteidigt Pläne

Unterdessen verteidigte Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) im Bundestag das Reformpaket. Bas betonte bei der Ersten Lesung des Gesetzentwurfs, alle Generationen würden von der Haltelinie profitieren. Sie sichere ein Rentenniveau von 48 Prozent.

Die Ministerin sagte weiter, die Hälfte der Rentner sei auf die gesetzliche Rente angewiesen, in Ostdeutschland fast drei Viertel. Bas verwies auf die Rentenkommission, die Vorschläge zur langfristigen Stabilität und Verlässlichkeit der Rentenversicherung erarbeiten solle.

Neben der Sicherung des Rentenniveaus von 48 Prozent beinhaltet das Rentenpaket die Ausweitung der sogenannten Mütterrente zur Anerkennung der Kindererziehungszeit und die Stärkung von Betriebsrenten. Zudem sollen Rentner mit der Aktivrente rund 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Mit der sogenannten Frühstartrente soll zudem jedes Kind ab dem sechsten Lebensjahr zehn Euro pro Monat erhalten.

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