Vertreter aller Bundestagsparteien diskutierten mit Freiwilligen

Politiker wollen Bedingungen für Bufdis und FSJ verbessern

Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien wollen die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste verbessern und die Freiwilligen mit Studierenden und Auszubildenden gleichstellen. Das wurde bei einer Diskussion in Münster im Vorfeld der Landtags- und der Bundestagswahl deutlich, bei der die Politiker auf Freiwillige aus den Diensten trafen.

Auf Einladung der Gesellschaft Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Münster (FSD) waren die CDU-Bundestagsabgeordneten Sybille Benning und Staatssekretär Karl-Josef Laumann, die SPD-Politiker Jürgen Coße (Bundestagsabgeordneter) und Robert von Olberg (Bundestagskandidat), die grüne Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink, die FDP-Politiker Jörg Berens (Bundestagskandidat) und Moritz Körner (Vorsitzender der Jungen Liberalen Nordrhein-Westfalen) sowie Kathrin Vogler, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, gekommen.

„Wir sollten eigentlich eine Ergänzung sein“

Einig waren die Politiker darin, das Engagement der Freiwilligen müsse bekannter werden. „Wir brauchen Kampagnen für den Freiwilligendienst“, forderte Sybille Benning. Das würde die Akzeptanz dieser „wertvollen Arbeit für die Gesellschaft“ erhöhen.

Von dieser Arbeit berichteten Freiwillige. Annika, die in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche in Gescher tätig ist, sagte, sie sei in Früh-, Tag und Spätschichten und manchmal zwölf Stunden am Stück im Einsatz. Gelegentlich arbeite sie auch am Wochenende: „Wir machen im Prinzip das, was früher der Zivildienst gemacht hat. Dabei sollten wir eigentlich eine arbeitsneutrale Ergänzung sein.“

„Keine billigen Arbeitskräfte“

Laumann zeigte sich erschrocken darüber, dass manche Träger von Einsatzstellen die Freiwilligen geradezu ausnutzten. Die Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) seien „keine billigen Arbeitskräfte“, betonte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium.

FDP-Politiker Berens sprach sich dafür aus, Bufdis und FSJlern freien Eintritt zu Museen und Schwimmbädern zu gewähren. SPD-Politiker von Olberg bemängelte das zu geringe Taschengeld der Freiwilligen und befürwortete eine Verankerung der Finanzierung im Gesetz.

Mehr Geld, mehr Beteiligung

Auch auf dem abschließenden Podium kamen solche Themen zur Sprache. „Wir bekommen im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden zu wenig Geld“, kritisierten die Freiwilligen. Zugleich müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Zwar leisteten Bufdis und FSJler ihre Dienste freiwillig. Die Einsatzstellen dürften aber nicht zu weit entfernt liegen und nicht zu schwer zu erreichen sein. Immer wieder wurde ein NRW-Ticket für Bus und Bahn gefordert. „Wir wollen vor allem auch mehr Beteiligung und nicht nur ausgebeutet werden“, erklärten mehrere Vertreter der Freiwilligen.

Die Freiwilligendienste BFD und FSJ sind soziale Lerndienste und Orientierungsjahre für junge Erwachsene ab 16 Jahren und lebensältere Menschen, egal welcher Herkunft und Bildung.