Friedenskrippe mit modernen Märtyrern

Polnische Krippe in Münsters Bahnhofshalle aufgestellt

In der Bahnhofshalle in Münster ist eine polnische Krippe mit etwa einem Meter großen Figuren. Dazu gehören auch moderne Märtyrer, die an die Christenverfolgung erinnern.

Sie sind kaum zu übersehen: Knapp 20 Krippenfiguren, jede rund ein Meter groß, stehen in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs in Münster. Ein junger Künstler aus dem polnischen Zakopane hat die Friedenskrippe aus Holz geschnitzt. Die Katholische Polnische Mission im Bistum Münster hat sie in den Hauptbahnhof geholt, mit Unterstützung von Michael Jansen, dem Leiter des Bahnhofsmanagements, und der Bahnhofsdirektion.

Die Krippe aus dem Jahr 2015 trägt den Titel „Bethlehem und die Glaubenszeugen“. Sie gt, stand bereits in mehreren Hauptbahnhöfen Deutschlands, im Pantheon in Rom und im Europäischen Parlament in Straßburg. Neben der Heiligen Familie, Hirten und Tieren, finden sich auch moderne christliche Märtyrer in ihr wie Dietrich Bonhoeffer und die polnischen Seligen Zbigniew Strzalkowski und Michael Tomasz, die ihr Leben den ländlichen Gemeinden widmeten und 1991 in Peru von Terroristen ermordet wurden.

„Krippe macht auf Christenverfolgung aufmerksam“

„Mit diesem Gegenwartsbezug macht die Krippe auf das Problem der Christenverfolgung aufmerksam und gibt einen Gedankenanstoß“, erklärte Malgorzata Wojcik von der Katholischen Polnischen Mission bei der offiziellen Eröffnung. Ohne Farbe, mit klaren Formen mache die Krippe den vorbeigehenden Passanten „zum innehaltenden Betrachter“.

Weihbischof Dieter Geerlings bezeichnete den Bahnhof als einen „Ort, wo viel in Bewegung ist“. Obwohl das Kind in der Krippe nur ruhig daliege, bringe es doch ebenfalls viel in Bewegung. „Gott hat durch dieses kleine Wesen Ja zu uns gesagt, er will unter uns Menschen präsent sein“, erklärte der Weihbischof. Dafür brauche es auch Glaubenszeugen, wie die Märtyrer sie waren.

 Bürgermeisterin Reismann: Bahnhof ist ein idealer Ort für diese Krippe

Auch mehr als 2000 Jahre nach Christus gehe eine Strahlkraft von dem Bild des Kindes in der Krippe aus, betonte Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann (CDU). Der Bahnhof als ein Ort, an dem Menschen verschiedener Kulturen zusammenkommen, sei ein idealer Ort für die polnische Krippe.

Gestaltet wurde die Eröffnung in der Bahnhofshalle von Schülerinnen und Schüler der Polnischen Katholischen Mission, die Volkstänze aufführten, sowie von Schülerinnen der Bischöflichen Marienschule, die Textcollagen zum Thema Glaubenszeugen vorbereitet hatten.

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