TRAUER

„Postkarte in den Himmel“: Neue Aktion für Angehörige kommt an

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In einer Pfarrei im Kreis Borken können Trauernde verstorbenen Angehörigen per Postkarte eine letzte Botschaft senden. Eine Aktion macht das möglich.

Manchmal bleiben Worte unausgesprochen – besonders dann, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr da ist. In Südlohn bekommen solche Worte nun einen Ort: In der Gemeinde St. Vitus im Kreis Borken bietet die Aktion „Postkarte in den Himmel“ die Möglichkeit, verstorbenen Angehörigen noch einmal etwas mitzuteilen. 

Und das geht so: Wer möchte, schreibt seine Botschaft auf eine Postkarte und legt sie in eine dafür aufgestellte Kiste. Die Idee dahinter ist ebenso schlicht wie tröstlich: Niemand liest diese Nachrichten. Sie gehören nur den Schreibenden und den Menschen, an die sie sich richten. Einmal im Quartal werden sie in einer kleinen Zeremonie verbrannt und der aufsteigende Rauch soll die Nachrichten symbolisch in den Himmel tragen, wie es auf dem begleitenden Hinweisschild heißt.

Idee aus der Hospizarbeit

Ins Leben gerufen wurde das Angebot von Christine Hayk und ihrer Schwägerin Lisa Robers, die gemeinsam den Südlohner Trauertreff gegründet haben. Die Idee mit den Postkarten haben sie von der ambulanten Hospizbewegung in Münster übernommen, in der Hayks Sohn arbeitet, wie sie Kirche+Leben im Gespräch erzählt.

Die erste Verbrennungszeremonie ist für den 17. Januar geplant. Ursprünglich sollte sie bereits vor Weihnachten stattfinden, doch zeitlich wurde es dafür zu eng – auch für den Pastor, der die Zeremonie begleiten soll. Wo genau die kleine Feier stattfinden wird, ist noch offen. Mögliche Orte sind der Platz vor dem Pfarrheim, eine Seitenstraße von St. Vitus, in der eine Erinnerungssäule an den Zweiten Weltkrieg erinnert, oder der Platz vor dem Seniorenwohnheim St. Niklas in Südlohn.

Dass die Aktion gut angenommen wird, hat Hayk bereits festgestellt. Ein kurzer Blick in die Box zeigte ihr, dass schon mehrere Postkarten ihren Weg dorthin gefunden haben. „Gelesen habe ich sie aber selbstverständlich nicht“, stellt sie klar.

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