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Ständiger Vertreter des Offizials wechselt nach Lengerich

Prälat Kossen: Schwerer Abschied auf eigenen Wunsch

Prälat Peter Kossen, der Ständige Vertreter des Bischöflichen Offizials in Vechta und zurzeit der kommissarische Leiter der bischöflichen Behörde in Vechta, wird das Oldenburger Land auf eigenen Wunsch verlassen.

Prälat Peter Kossen, der Ständige Vertreter des Bischöflichen Offizials in Vechta und zurzeit der kommissarische Leiter der bischöflichen Behörde in Vechta, wird das Oldenburger Land auf eigenen Wunsch verlassen. Das wurde am Mittwoch (05.10.2016) in Vechta bekannt gegeben. Der bisherige Offizial Heinrich Timmerevers war im April 2016 zum Bischof von Dresden-Meißen ernannt worden. Seitdem leitete Kossen kommissarisch die Behörde. Da sein Amtsverzicht am 27. November wirksam wird, dürfte bis dahin die Leitung des Offizialats geregelt sein. Dass dafür ein neuer Weihbischof ernannt wird, ist nicht zwingend, war aber seit dem Vorgänger von Timmervers, Max Georg von Twickel, so üblich.

Einführung in Lengerich im Januar

Am 21. Januar 2017 wird Kossen als leitender Pfarrer in Lengerich eingeführt. Der 47-jährige Geistliche stammt aus Rechterfeld im Kreis Vechta und war 2011 aus Emmerich am Niederrhein in seine oldenburgische Heimat gekommen und hatte dort den Verwaltungsposten übernommen.Der Abschied falle ihm schwer, sagte Kossen in einer ersten Stellungnahme. „Aber es war mein eigener Wunsch, nach fünf Jahren in der Leitung des Offizialatsbezirks wieder in einer Pfarrei zu arbeiten und damit vor allem Seelsorger zu sein“, betonte er.

Einsatz für ausländische Arbeiter

Peter Kossen hatte sich einen Namen gemacht, als er sich für ausländische Arbeitnehmer einsetzte, die in der niedersächsischen Fleischindustrie arbeiten und dort über ein Geflecht von Subunternehmen nach seinen Worten durch ungerechte Löhne „regelrecht ausgebeutet“ werden. Er nannte diese Verhältnisse „ein Krebsgeschwür“, mit dem sich Gesellschaft und Kirche nicht abfinden dürften.

Scharfe Worte fand Kossen auch für die regionalen Hausbesitzer, die heruntergekommene Wohnungen an ein Dutzend rumänische Arbeiter vermieteten und sich so „ein kleines Vermögen“ verdienten.

Kritik an Fleischindustrie

Zusammen mit einem Netzwerk katholischer Verbände und Gewerkschaften machte Kossen sich für Veränderungen stark. Seine wiederholten öffentlichen Proteste sorgten bundesweit für Aufsehen. Der Autor Wolfgang Schorlau verarbeitete die Verhältnisse in der oldenburgischen Fleischindustrie in einem Kriminalroman und fügte Predigten Kossens zum Thema in einem Anhang bei. Peter Kossen war im Juni 2013 zudem bei einer Podiumsdiskussion in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ zu Gast.

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