Pfarrer kritisierte Kirche wegen Umgangs mit Missbrauch, Frauen, Homosexuellen

Predigt von Visbek: Mehr als 65.000 Klicks für Pfarrer Lücker

Es war keine „Wut-Predigt“. Gegen diesen Begriff hat sich Hermann-Josef Lücker, Pfarrer von St. Vitus Visbek im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ nachdrücklich verwahrt. Unter diesem Titel war in vielen Medien über seine Predigt vom 3. März berichtet worden, die im Internet inzwischen 65.000 Mal als Video aufgerufen wurde (Stand: 29. März) und großes Aufsehen erregt hat. Die Predigt sei für ihn keine Frage der Wut, sondern des Herzens, „eine Herzensangelegenheit“ gewesen. So habe er offensichtlich die Herzen der Menschen gesprochen.

Lücker hatte in dieser Predigt deutlich und heftig Stellung genommen zu Streitfragen der Kirche. Er hatte den sexuellen Missbrauch durch Geistliche heftig verurteilt, den Bischöfen einen unentschiedenen Kurs in der Frage konfessionsverbindender Ehen und der Schließung von Kirchen vorgeworfen und den Umgang der Kirche mit Homosexuellen und Frauen kritisiert. Die Frauen hatte er nachdrücklich ermuntert, auf mehr Rechten in der Kirche zu bestehen. Er hatte aber auch den priesterlichen Zölibat verteidigt, und sich dankbar gezeigt für seine eigene Verwurzelung im Gebet und für die lebendige Pfarrgemeinde in Visbek.

Lücker: Die Menschen wollen ein Ja oder ein Nein

Lücker sieht in dem großen Echo auf seine Predigt ein Zeichen, dass Kirche und Glauben auch heute noch Interesse fänden. „Die Menschen wollen aber eine klare Äußerung hören, ein Ja oder Nein – nicht nur ein Vielleicht.“

Auf verschiedenen Internet-Plattformen hat Lücker aus ganz Deutschland ganz überwiegend begeisterte Zustimmung für seine Predigt bekommen. Er zeigte sich „restlos überwältigt“ von diesem Echo.

„Kirche-und-Leben.de“ hat zuerst berichtet

Die Predigt war außer im Online-Magazin „Kirche-und-Leben.de“, das als Erstes berichtet hat, auch Thema in Regionalzeitungen, etwa in Bremen, Oldenburg, Osnabrück, Kiel und Schwerin sowie in Radiosendern wie NDR 1 - Radio Niedersachen und domradio. Auch die überregionale Tageszeitung „Die Welt“ berichtete.

Das Video des Sonntagsgottesdienstes in Visbek wird am 31. März turnusgemäß vom Internetauftritt der Gemeinde entfernt. Die Aufnahmen der Sonntagsgottesdienste werden dort nur für vier Wochen in eine Mediathek eingestellt. Die Predigt kann allerdings weiter auf dem Videokanal „youtube“ angesehen werden.