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Gemeinsamer Weg von Münster nach Telgte

Premiere: Pax-Christi-Aktivisten und Soldaten auf Friedenswallfahrt

Friedenswallfahrt in Münster: Soldaten und Pax Christi pilgern nach Telgte. | Video: Marie-Theres Himstedt

  • Erstmals haben Soldaten und Aktivisten der katholischen „Pax Christi“ eine gemeinsame Friedenswallfahrt unternommen.
  • Die Teilnehmenden liefen von der Kaserne in Münster-Handorf bis nach Telgte.
  • Mit dabei war auch der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn.
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Es war eine Premiere mit Symbolcharakter: Erstmals haben Soldaten und Mitglieder der Friedensbewegung „Pax Christi“ im Bistum Münster eine gemeinsame Friedenswallfahrt unternommen. Von der Kaserne in Münster-Handorf aus starteten die Teilnehmenden und pilgerten zunächst zum Ehrenmal auf dem Truppenübungsplatz, das an 150 russische Zwangsarbeiter erinnert, berichtet die Bischöfliche Pressestelle.

Weiter ging es zum Waldfriedhof Lauheide und zum Gräberfeld für deutsche Soldaten. Vorbei an Gräber polnischer und britischer Gefallener erreichte die Gruppe den Wallfahrtsort Telgte, wo sie mit Weihbischof Stefan Zekorn einen Gottesdienst feierten. Der Weihbischof hatte die Soldaten und Pax-Christi-Mitglieder ab dem Waldfriedhof begleitet.

Gräberfeld hinterlässt bei Pilgern Eindruck

Friedenswallfahrt nach Telgte
Weihbischof Stefan Zekorn ging zusammen mit der Pilgergruppe nach Telgte. | Foto: Martin Wißmann (pbm)

Besonders eindrucksvoll war für die Pilger der Besuch an den Gräberfeldern auf dem Waldfriedhof. „Diese Bilder vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zu sehen, ist besonders beklemmend“, erklärte ein Soldat. Auch Weihbischof Zekorn griff den Besuch in seiner Predigt auf: „Wer hätte noch vor wenigen Monaten geglaubt, dass sich all das Grauen eines großen Krieges in Europa wiederholen könnte?“

Der Angriffskrieg habe eine Epoche des Friedens in Europa beendet, eine Zeit der Annäherung und der Kooperation zwischen Ost und West. Zekorn verdeutlichte die Dimension von Unfriede, verwies auf die Kriege in vielen anderen Gegenden der Welt. „Ein umfassender Weltfriede ist noch weit entfernt, einen dauerhaft gesicherten Frieden auf der ganzen Welt wird es nie geben“, sagte er.

Aktivisten und Soldaten tauschen sich aus

Auf dem Weg hatten sich die Soldaten und Pax-Christi-Mitglieder jeweils zu zweit über Ängste und Situationen von Unsicherheit ausgetauscht sowie über die Bedeutung des Glaubens im eigenen Leben. Dabei stellten beide Seiten Gemeinsamkeiten fest: „Man ist sich sehr ähnlich“, freute sich ein Pax-Christi-Mitglied.

„Ein Beispiel unter mehreren ist der Ukraine-Krieg: Ob Friedensbewegung oder Soldat – man ist anders, aber irgendwie auch in gleicher Weise betroffen.“ Für den einen oder anderen bot die Friedenswallfahrt auch die Möglichkeit einer Auszeit aus dem Alltag: „Das ist gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise wichtig“, sagte ein Soldat und antwortete auf die Frage, was er von dem Tag mitnimmt: „Erholung und Frieden.“

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