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UPDATE: Bezirksdekan erklärt sein Bedauern

Priester tritt als Bezirksdekan zurück - Bätzing räumt Fehler ein

  • Im Bistum Limburg ist ein Priester, der trotz der Vorwürfe sexueller Belästigung zum Bezirksdekan befördert wurde, von seinem Amt zurückgetreten.
  • Bischof Georg Bätzing erklärte, die Beförderung sei ein Fehler gewesen und bat die Betroffenen um Verzeihung.
  • Auch der Priester selbst drückte sein Bedauern aus und bat um Entschuldigung.
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Nach Debatten über seine Beförderung trotz der Vorwürfe sexueller Belästigung ist ein Priester im Bistum Limburg von seinem Amt auf der mittleren Führungsebene zurückgetreten. Bischof Georg Bätzing nahm den angebotenen Rückzug mit sofortiger Wirkung an, teilte das Bistum Limburg am Donnerstag mit. Außerdem nannte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz seine frühere Entscheidung „falsch“ und bat die Betroffenen um Verzeihung.

Die „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ hatte letzte Woche darüber berichtet, dass Bätzing den Priester zum Bezirksdekan befördert hatte, obwohl er wusste, dass zwei Frauen dem Mann sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten.

Bätzing stimmt Beförderung zu

Bätzing, der seit 2016 Bischof von Limburg ist, hatte betont, er habe den Geistlichen abgemahnt wegen der Vorwürfe aus den Jahren 2000 und 2007. Als die Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Bezirk den Mann dann zum Dekan gewählt hatten, habe er nach Beratungen mit einem größeren Gremium und nach Rücksprache mit einer der betroffenen Frauen der Beförderung zugestimmt.

Jetzt erklärte der Bischof dazu, er nehme wahr, „dass meine Entscheidung für die Betroffenen nur schwer zu ertragen ist und darüber hinaus Irritation und Ärgernis auslöst. Dies hatte ich bei meiner Entscheidung vor zwei Jahren so nicht gesehen. Diese Entscheidung war falsch. Ich bitte die Betroffenen um Verzeihung.“

Vorwurf: Verbale und körperliche sexuelle Belästigung

Beim Katholikentag in Stuttgart in der vergangenen Woche hatte Bätzing betont, es sei „ein absolutes No-Go“, Frauen körperlich oder verbal zu belästigen. Der später beförderte Priester soll eine evangelische Pfarrerin in Ausbildung und eine katholische Gemeindereferentin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben.

Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur und dem Portal katholisch.de hatte der Bischof hinzugefügt, zur Zeit seiner Entscheidung habe es noch keinen Betroffenenbeirat gegeben: „Heute würde ich ihm die gesamte Angelegenheit vorlegen und um Rat fragen.“ Er wisse inzwischen mehr über die Komplexität solcher Situationen: „Es geht um Verletztheit und um einen Konflikt, der einfach unglaublich tief geht.“

Ehemaliger Bezirksdekan erklärt sein Bedauern

Der im Bistum Limburg nach einer Debatte um Belästigungsvorwürfe zurückgetretene katholische Bezirksdekan hat sein Bedauern ausgesprochen und um Verzeihung gebeten. "Vom Amt des Bezirksdekans bin ich zurückgetreten. Die Situation hat mich schwer getroffen und ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie es weitergehen kann", so der Priester in einer auf der Internetseite seiner Pfarrei veröffentlichten Stellungnahme. "Ausdrücklich sage ich noch einmal, wie sehr ich die Vorfälle bedauere."

In dem an die Gemeindemitglieder gerichteten Schreiben erklärt er weiter: "Gerne hätte ich an diesem Wochenende das Pfingstfest mit Ihnen gefeiert! Aber aufgrund der Ereignisse der letzten Tage bin ich dazu nicht in der Lage." Er werde sich in den kommenden Wochen aus der Öffentlichkeit zurückziehen "in der Hoffnung, dass sich die Wogen etwas glätten können". | KNA, 3. Juni

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