Sozialdienst katholischer Frauen vermittelt Unterstützung

Projekt „Wellcome“ in Lüdinghausen hilft jungen Familien

Die ersten Monate nach der Geburt eines Kindes sind für alle Eltern eine besondere Herausforderung: Das Baby schreit, das Geschwisterkind ist eifersüchtig, niemand kauft ein und der besorgte Vater hat keine Elternzeit mehr. In diesem Fall bietet „Wellcome“ Hilfe an. Es ist ein Angebot des SkF in Lüdinghausen und in den benachbarten Orten.

„Wellcome ist eine moderne Nachbarschaftshilfe für Eltern“, sagt Monika Heitmann. Sie koordiniert die Hilfe des SkF. 25 Frauen im Alter von 55 bis 70 Jahren leisten derzeit die ehrenamtliche Arbeit und bieten unbürokratische Unterstützung im ersten Lebensjahr des Babys. Sie entlasten für zwei oder drei Stunden in der Woche zumeist die Mütter im Alltag, so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden.

Kleine Auszeiten für junge Mütter

Ganz individuell verschaffen die Ehrenamtliche auf diese Weise den Müttern kleine Auszeiten, in denen entspannt einkaufen oder wieder Kraft schöpfen können.

Ein Wellcome-Einsatz kann dabei von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Er ist aber zeitlich begrenzt auf das erste Lebensjahr des Kindes. „Ich unterstütze das Projekt gern und freue mich immer auf die Aufgabe“, sagt Gabriele Grund aus Ascheberg. Sie ist seit fünf Jahren dabei. „Ich wollte etwas Sinnvolles in meiner Freizeit machen. Die Arbeit mit Kindern war dann genau das Richtige.“

Viele Großmütter im Einsatz

Auch Gerburgis Sterz aus Lüdinghausen ist seit mehreren Jahren bei „Wellcome“ dabei. Fünf Familien hat sie bislang begleitet. „Ich bin selbst Großmutter und weiß, dass auch kleine Hilfen junge Mütter entlasten können.“

Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen ist klar geregelt. Sie wachen über den Schlaf des Babys, während sich die Mutter erholt, sie kümmern sich um das Geschwisterkind und unterstützen ganz praktisch. Kochen oder Haushaltshilfe leisten die Ehrenamtlichen aber nicht.

Toleranz und Zuverlässigkeit

Wer sich bei „Wellcome“ engagieren möchte, braucht persönliche Kompetenz und Einfühlungsvermögen, sagt Heitmann. Verschwiegenheit, Toleranz und Zuverlässigkeit seien wichtig. „Auch der sichere Umgang mit Kindern ist unerlässlich für die Aufgabe“, erläutert die Koordinatorin.

Die Ehrenamtlichen blieben zeitlich flexibel. Es gebe regelmäßige Treffen mit anderen Engagierten, eine fachliche Begleitung und Möglichkeiten zur Fortbildung und Qualifizierung. Geschaut wird aber auch da­rauf, dass die Ehrenamtlichen und die Familien zueinander passen. „Die Chemie muss stimmen. Auch da hilft das offene Gespräch, um möglicherweise andere Lösungen bei der Vermittlung zu finden“, sagt Heitmann.

Geringe Beiträge für die Unterstützung

Die Familien zahlen einen geringe Beitrag, in der Regel eine einmalige Gebühr von maximal zehn Euro und für den Wellcome-Einsatz zu Hause bis zu fünf Euro pro Stunde. Wer wenig Geld hat, zahlt weniger. Mit den Beiträgen werden die Versicherung und Fahrtkosten der Ehrenamtlichen bezahlt.

Wer Interesse hat, das Team zu verstärken, kann sich an Monika Heitmann im SkF-Haus an der Liudo-Straße 13 in Lüdinghausen, Telefon 02591/237120, wenden.