Ex-Bundesbanker Gerhard Schneider zum Bischof geweiht

Protest von „Maria 2.0“ nach Bischofsweihe in Rottenburg

Gerhard Schneider (50) ist am Samstagvormittag im Stuttgarter Dom Sankt Eberhard in einem feierlichen Gottesdienst zum Bischof geweiht worden. Der frühere Bundesbanker ist damit der dritte Weihbischof in der viertgrößten deutschen Diözese. Der promovierte Theologe war Mitte April von Papst Franziskus ernannt worden.

Vorgenommen wurde die Weihe vom Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst, dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger und dem Mainzer Weihbischof Udo Bentz. Die drei Bistümer bilden zusammen die Oberrheinische Kirchenprovinz.

Gespräche mit Demonstrantinnen

In seiner Ansprache während der Messfeier warb Fürst für eine diakonische Kirche. Sie müsse den Menschen dienen sowie nützlich und heilsam sein. Eine solche Kirche werde missionarisch wirken und attraktiv besonders gegenüber denen sein, die nur „Zaungäste, ganz Ausgeladene oder Vertriebene“ seien.

Nach dem Gottesdienst protestierten vor den Kirchentüren rund 50 Katholikinnen. Sie sind Teil der bundesweiten Initiative „Maria 2.0“, die eine geschlechtergerechte Kirche und die lückenlose Aufarbeitung von Missbrauchsfällen fordert. Auf einem Plakat stand „Zwei Weihbischöfe + ein Weihbischof = Null Frauen“. Nach katholischem Kirchenrecht werden ausschließlich Männer zu Priestern und Bischöfen geweiht. Schneider und Fürst sprachen im Anschluss an den Gottesdienst mit den Demonstrantinnen.

Schneiders Werdegang als Priester

Nach einer Phase in der Pfarrseelsorge kümmerte sich der gebürtige Ulmer Schneider um Priester- und Theologenausbildung in Württemberg. 2017 machte Fürst ihn zum Leiter der Hauptabteilung für Liturgie, zu der auch die Felder Kunst und Kirchenmusik gehören. Seine Aufgaben in der Bistumsverwaltung soll er so wie die Weihbischöfe Thomas Maria Renz und Matthäus Karrer weiterführen.