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Donald Trump und die US-Regierung betonen ihre Nähe zu Christen und Kirchen. Sie endet aber offenbar dort, wo es Kritik gibt.
Die USA seien auf dem Prinzip der Religionsfreiheit gegründet; man schütze Kirchen und Gläubige – so hatte sich Justizministerin Pam Bondi geäußert, als sie die Festnahme von drei Menschen in einer Kirche im Bundesstaat Minnesota bestätigte. Sie hatten gegen das oft gewaltsame Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Menschen protestiert, die sich nach ICE-Annahme illegal im Land aufhalten. Die Festgenommenen hätten „Kindern Angst gemacht“, hieß es auf der Internetseite der betroffenen Kirche.
So weit, kritische kirchliche Stimmen zu respektieren, gehen die US-Behörden allerdings wohl nicht: Bei weiteren Protesten gegen die Migrationspolitik von Präsident Donald Trump sind am Freitag offenbar Dutzende Geistliche festgenommen worden.
Geistliche verschiedener Konfessionen
Nach Angaben der Organisation „Faith in Minnesota“ soll es sich um rund 100 Vertreter verschiedener Konfessionen handeln. Sie hätten am Flughafen Minneapolis-St. Paul gegen Abschiebeflüge protestiert.
Die Polizei habe eingegriffen, nachdem Mitglieder der Gruppe singend und betend den genehmigten Bereich verlassen und den Flugbetrieb gestört hatten. Die inzwischen wieder aus dem Gewahrsam entlassenen Personen müssten mit Anzeigen rechnen.
Störaktion „zeigt, wie man es macht“
„Faith in Minnesota“ verteidigte die Störaktion. Man habe dem ganzen Land gezeigt, „wie man es macht“. Die Organisation bezeichnet sich als „politisches Zuhause für gläubige Menschen, die mutig und prophetisch handeln“.