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Der Weihbischof predigte in Xanten 90 Jahre nach dem seligen Bischof. Und er formulierte eine „Christenpflicht“.
Mit Blick auf das Vorbild des seligen münsterschen Bischofs Kardinal Clemens August von Galen ruft Weihbischof Rolf Lohmann Christinnen und Christen auf, rechtsradikalen Strömungen entschlossen entgegenzutreten. Es sei „Christenpflicht“, für eine freiheitliche Ordnung und die Würde aller Menschen einzutreten, „unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Anderem“, sagte Lohmann nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle am Sonntag, 6. September, in Xanten.
Der Weihbischof predigte im St.-Viktor-Dom. Er erinnerte an Predigten Galens im Februar 1936 zur Weihe des Altars in der Krypta des Xantener Doms und im September 1936 zur Großen Viktortracht.
Lohmann: Rechte führen uns an der Nase herum
Dabei habe Galen vor der menschenverachtenden Politik der Nationalsozialisten gewarnt. Lohmann sagte laut Pressestelle, auch heute erlebten die Menschen „das Erstarken rechtsradikaler Kreise, die auf die schwierigsten Fragen eines Gemeinwohls meinen, einfache Antworten zu haben“, dabei aber „die Leute an der Nase herumführen“.
Ob er die AfD namentlich nannte, die der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem einstuft, die aber bei der dortigen Landtagswahl am heutigen Sonntag mehr als 40 Prozent der Stimmen holen könnte, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Lohmann: Christen müssen Stimme erheben
Galens Handeln erinnere an „die unbedingte Pflicht von uns Christen, zu handeln, weder wegzuschauen noch wegzuhören, sondern mutig die Stimme zu erheben – die Stimme des Evangeliums, ob man sie hören will oder nicht“, so der Weihbischof.
Alle Menschen seien „Kinder des einen Gottes“. Daher hätten sie „nicht das Recht, diese Welt einzuteilen in Klassen und Richtungen, in Deutsche und Nicht-Deutsche“. Christen seien Schwestern und Brüder über alle Grenzen hinweg.
Vorbild der Märtyrer im Xantener Dom
Lohmann erinnerte auch an die im Xantener Dom begrabenen Märtyrer, darunter Karl Leisner, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Der Dom rufe „in unseren Tagen“ dazu auf, „klar zu sein, den Glauben zu leben, Unrecht beim Namen zu nennen, die Freiheit zu achten, die Würde des Menschen zu betonen“.