Katholische Kirche zeigt sich gesprächsbereit

Reformationstag wird in Niedersachsen zum Feiertag

Der Reformationstag am 31. Oktober wird gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen. Mit einer deutlichen Mehrheit vor allem aus der Regierungskoalition von SPD und CDU verabschiedete der Landtag am Dienstag in Hannover ein entsprechendes Gesetz. Bereits in diesem Jahr wird der 31. Oktober arbeitsfrei sein.

Bei der Abstimmung waren alle 137 Abgeordneten anwesend. Sie fand namentlich statt. Für den Vorschlag der Regierung stimmten 100 Abgeordnete, 20 stimmten dagegen, 17 enthielten sich. SPD und CDU hatten für die Abstimmung die Fraktionsdisziplin aufgehoben.

Alternative Buß- und Bettag fiel durch

Abgelehnt wurden alle Alternativen: Die Grünen-Fraktion hatte sich für die Einführung des Frauentags am 8. März und des Europatags am 9. Mai ausgesprochen.

Auch für den von einer Gruppe von 13 CDU- und einem SPD-Abgeordneten vorgeschlagenen Buß- und Bettag fand sich keine Mehrheit. Auch der Vorstoß von elf Abgeordneten von SPD und Grünen, den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai zum Feiertag zu machen, lief ins Leere.

Katholische Kirche hatte Pläne kritisiert

Über einen weiteren Feiertag und speziell den Reformationstag war mehrere Monate lang kontrovers diskutiert worden. Die katholische Kirche, jüdische Gemeinden sowie die religionskritischen Humanisten und Wirtschaftsverbände hatten die Pläne der Landesregierung kritisiert.

Nach der Landtagswahl 2017 hatten SPD und CDU im Koalitionsvertrag festgeschrieben, einen neuen Feiertag für Niedersachsen einzuführen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und CDU-Landeschef Bernd Althusmann favorisierten den Reformationstag, der auch von den protestantischen Kirchen und den Gewerkschaften unterstützt wird. Der Tag erinnert an den Beginn der Reformation durch die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers am 31. Oktober 1517.

Tag soll kein „Luthertag“ werden

Der Reformationstag ist bereits gesetzlicher Feiertag in Ostdeutschland außer Berlin. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten den 31. Oktober im Februar ebenfalls zum Feiertag erklärt.

Oberkirchenrat Thomas Adomeit von der Oldenburgischen Landeskirche sagte in einer ersten Reaktion, der 31. Oktober werde kein reiner „Luthertag“ werden. Die evangelische Kirche habe 2017 gezeigt, dass sie fähig sei, den Tag inhaltlich zu füllen, so der Vertreter im Bischofsamt der oldenburgischen Kirche.

Die katholische Kirche, die für den Buß- und Bettag plädiert hatte, signalisierte Gesprächsbereitschaft. Der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Felix Bernard, sagte, die Katholiken würden nicht zu „Protestanten“ gegen den neuen Feiertag. Es liege an der evangelischen Kirche, den neuen gesetzlichen Feiertag zu gestalten. „Wenn dabei ein Mitwirken der katholischen Kirche gewünscht wird, sind wir in ökumenischer Verbundenheit gesprächsbereit“, so Bernard.

Update: Um 17.30 Uhr ergänzt um Reaktionen.