Anzeige
Das Kirchenoberhaupt ist seit etwa 100 Tagen im Amt. Wie Irme Stetter-Karp über ihn denkt und wo sie Handlungsbedarf sieht.
Etwa 100 Tage nach der Wahl von Papst Leo XIV. dringt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, auf Reformen. „Wir erwarten innerkirchlich ein straffes Tempo bezüglich des Abbaus von Klerikalismus und ein Ende der Diskriminierung von Frauen bei den Weiheämtern“, sagte Stetter-Karp am Samstag im Gespräch mit domradio.de. Sie erwarte Beteiligung, also Synodalität, als „Anforderungsprofil“ an Bischöfe, insbesondere an Bischöfe, die neu ins Amt kämen.
Anzeichen für Reformwillen
„Der Wandel der Kirche drängt aus unserer Sicht. So sehr ich sehe, dass Vermitteln wertvoll ist, ist es gleichzeitig wahr, dass der Wandel mit Beschwichtigung in alle Richtungen sicher nicht kräftig gestaltbar ist“, mahnte Stetter-Karp. Deshalb gebe es Erwartungen. „Gleichzeitig sehen wir die herausfordernden Aufgaben, vor denen Leo steht. Ich sehe Anzeichen für Leos Reformwillen. Inwieweit die Anzeichen tragen werden und zu strukturellen Schritten führen, kann ich noch nicht sagen.“
Erwartungen an einen neuen Papst seien immer hoch, gerade in einer weltpolitisch kritischen Lage und auch mit Fragen und Spannungen innerhalb der Kirche, erklärte Stetter-Karp. „Ich denke, wir müssen ihm Zeit lassen. Es gilt, ihn weiter zu beobachten. Irgendwann wird seine erste Enzyklika kommen, und dann wissen wir mehr über die Schwerpunkte seines Pontifikats. Meiner Meinung nach ist zunächst eine gewisse Offenheit und Geduld gefragt.“